Seit über 30 Jahren steht die Berliner Punkrock-Band Die Ärzte auf der Bühne und begeistert ihr Publikum, auch gestern wieder in der Rostocker Stadthalle. Noch aus der letzten Reihe ertönten euphorische Bela- Rufe, ein Kuscheltier flog auf die Bühne, Transparente wurden gezeigt. Vor der Bühne feierten Hunderte junge Männer eine übermütige Pogoparty inklusiver Wall of Death. 5000 Fans waren zum Konzert der „Das Comeback ist noch nicht vorbei“-Tour in unsere Hansestadt gekommen.
Es war das letzte von zwei Indoor-Konzerten, ein Aufwärmen für die Open-Air-Saison, und es war kochend heiß im Saal. Nach der Ansage: „Wir sind noch relativ jung. In unserem Alter ist Fitness ein Luxusartikel“ und „Wir kommen im Hellen wieder nach Hause“ reihten Bela B. (50), Farin Urlaub (49) und Rodrigo González (45) unermüdlich fast drei Stunden einen Titel an den anderen. Darunter Hits wie „Ein Song namens Schunder“, „Unrockbar“ oder „Junge“. „Denn es gibt nichts Besseres, als die Ärzte zu hören“, sangen die drei Musiker, die sich selbst als beste Band der Welt bezeichnen, von ihrem zwölften Studioalbum „auch“, das als letztes 2012 erschienen ist. Mit Stücken wie„ Zu spät“ oder „Mach die Augen zu“ haben sie mittlerweile schon mehrere Generationen durch die Pubertät begleitet, entsprechend gut kamen sie auch in Rostock an. Besonderen Beifall erhielt hier „Schrei nach Liebe“. „Ein bisschen gehört das Lied hierher“, kommentierte Bela B., den „gewisse Bilder leider hier aus Rostock nicht in Ruhe ließen“. Neben Spaß und Nonsens machten die Ärzte in ihrer Laufbahn auch immer wieder ihre sozialkritische Haltung zum Thema ihrer Songs. „Lasse redn“ beispielsweise beschäftigt sich mit dem Umgang mit Klatsch und Tratsch.
Strikte Bestimmungen für Pressefotografen

Die Fans, die eine Karte für das Konzert ergattern konnten, hatten also Glück die Ärzte auf der Bühne der ausverkauften Stadthalle zu sehen. „Wir finden toll, dass sie, obwohl sie schon relativ alt sind, trotzdem noch auf der Bühne stehen, Spaß haben und sich selbst einfach nicht zu ernst nehmen“, sagt Nele von der Insel Rügen, die durch Zufall die Ärzte auf einer Kassette entdeckt hat. Nicht zum ersten Mal besucht sie ein Konzert der Band. Gestern gemeinsam mit Wiebke, Sarah und Friederike aus Demmin. Für die Teenager sind die Ärzte einfach nur: „DBBDW“.