
Ausgangspunkt der Kampagne ist der bundesweite Aktionstag Abolish, mit dem Ziel, das Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) abzuschaffen oder zumindest auf die eklatanten Missstände hinzuweisen. In diesem Gesetz ist geregelt, welche Leistungen Flüchtlinge erhalten und welche Rechte und Pflichten sie besitzen. Inhaltliche Bestandteile sind zum Beispiel die überwiegende Heimunterbringung und ein festgesetzter Betrag zum Leben von momentan 224,97 Euro im Monat. Darüber dürfen die Personen aber häufig nicht frei verfügen, sondern sie bekommen in der Regel Lebensmittelmarken für bestimmte Läden zugewiesen. Arbeiten dürfen die Flüchtlinge nur dann, wenn die Arbeit für keinen anderen Arbeitssuchenden infrage kommt.
In Rostock gibt es ein Asylbewerberheim. Dies liegt relativ dezentral in der Satower Straße. Positiv an dem Rostocker Haus ist, dass es von Sozialarbeitern betrieben wird, die sich aktiv für die Belange der Flüchtlinge einsetzen. Dies ist nicht die Regel, häufig sind es unausgebildete Mitarbeiter von privaten Sicherheitsfirmen, die oftmals keine sachkundige Beratung anbieten können, wie auch viele Medienberichte zu Zwischenfällen in den Heimen beweisen. Darüber hinaus müssen sich Flüchtlinge oft über mehrere Jahre hinweg ein Zimmer mit anderen, zum Teil fremden, Personen teilen.
Organisiert wurde die Aktion auf dem Uniplatz von einer Gruppe von Leuten, die sich seit dem Frühjahr 2010 ehrenamtlich für dieses Thema engagieren. Im Mittelpunkt ihres Interesses liegt das Asylbewerberheim in der Satower Straße, in dem sie eine Hausaufgabenhilfe und Sprachkurse für die Bewohner anbieten - Letzteres in Zusammenarbeit mit Studenten der Universität Rostock.

Den Eindruck hatte ich auch. Viele Menschen blieben stehen und schauten sich die Plakate an, ohne aber zu wissen, worum es geht. Dafür wurden Flyer verteilt, die das Anliegen genauer beschrieben. Kaum einer konnte sich vorstellen, mit nur 220 Euro im Monat zu leben. Jedoch bleibt die Frage, wie viele Leute nachhaltig von so einer Aktion angesprochen wurden. Es schien aber schon eher so, dass viele die Aktion mehr als gelungene Abwechslung beim Eis essen ansahen und sich nicht weiter inhaltlich damit beschäftigen wollten.

Im Rahmen der Antirassistischen Aktionswoche finden am Donnerstag und Freitag noch weitere Veranstaltungen im Peter-Weiss-Haus statt. Zum einen eine Infoveranstaltung zum Feindbild Islam, zum anderen eine Lesung zum Thema „50 Jahre afrikanische (Un-) Abhängigkeiten“, die gerade auch vor dem aktuellen Hintergrund spannend sein dürfte.