Gemütlichkeit – nur wenige zelebrieren sie wohl so eindrucksvoll wie Annett Louisan bei ihren Konzerten. Gestern konnten ihr gut 2000 Gäste der Rostocker Stadthalle dabei zuschauen, wie sich die zierliche Sängerin ihre Schuhe auszog, es sich in einem Sessel bequem machte, ein paar Drinks in Reichweite, und genussvoll an einer Zigarette zog.

Die Möbel ihres Bühnenwohnzimmers im Retrostil erinnern an unbeschwerte Kindheitstage. In dem Lied „In meiner Mitte“, das auch dem aktuellen Album und der Tour ihren Namen gab, singt sie davon. Mit seiner sanften Walzermelodie kann die 34-Jährige das Konzertpublikum von Anfang an für sich erwärmen.

Auch Annett Louisan ist „momentan sehr verliebt“, wie sie verriet. Also nichts mit „Pärchenallergie“, einem Song aus ihrem neuen Album, mit dem sie lebhafte Polkaklänge auf die Bühne brachte. Karibisch wurde es mit „Mama will ins Netz“ und so richtig rockig mit „Torsten Schmidt“. Aus all ihren fünf Alben präsentierte sie ausgewählte Stücke.

„Ein ganz, ganz neues Lied“, das für das letzte Album noch nicht genug ausgereift war, stellte die Chansonette mit „Patamm“ vor, ein leicht beschwingtes, kuschliges Musette, unverkennbar Annett Louisan.
Das Publikum war begeistert. Schon während des Konzertes überreichten Fans der Sängerin Blumen und kleine Geschenke. Beim großen Schlussapplaus mit stehenden Ovationen hielt sie den Arm voller Sträuße. Eine Geste, die schon fast aus der Mode gekommen war. Doch selbst als Louisan den Saal als zweite Zugabe „Verschwinde“ singen ließ, ist noch nicht Schluss. Erst nach „Das Spiel“ und „Moonriver“, der zweiten Coverversion des Abends, neben Charles Aznavours „Spiel Zigeuner“, treten alle den Heimweg an.