Voraussichtlich am 17. Februar soll wieder ein Castortransport in Richtung Lubmin bei Greifswald rollen.
Hier sollen dann 140 sogenannte Glaskokillen aus der ehemaligen Wiederaufbereitungsanlage in Karlsruhe zwischengelagert werden. Bei dem Atommüll handelt es sich um 60 Kubikmeter einer hoch radioaktiven Plutonium-Uran-Flüssigkeit, die in Glas eingeschmolzen und verfestigt wurde.
Die Vorbereitungen für die Absicherung der Überführung laufen bei der Polizei bereits auf Hochtouren.

Schon damals zeigte sich, dass sich die Atomkraftgegner nicht durch widrige Wetterbedingungen von ihrem Protest abbringen lassen. So trotzten auch am heutigen Samstagnachmittag etwa 200 Aktivisten dem stürmischen Wetter und versammelten sich am Rostocker Hauptbahnhof. Ausgestattet mit bunten Fahnen, angemalten Gesichtern und einigen Transparenten hatten sie nicht nur dem grauen Himmel etwas entgegenzusetzen, sondern auch der Atompolitik der Bundesregierung.

„Es geht um mehr als nur um den Castor“, rief Daniel Holtermann vom Anti-Atom Bündnis NordOst den Demonstranten zu. „Die Transporte sind unnötig. Es gibt keine sicheren End- und Zwischenlager“, meint der Aktivist in seiner Ansprache und bezeichnete das Hin- und Hergeschiebe des radioaktiven Abfalls als „Atomtourismus“.
Begleitet von Musik und Anti-Atom-Rufen, zogen die Demonstranten lautstark, aber friedlich, zum Neuen Markt und im Anschluss durch die Kröpeliner Straße zum Doberaner Platz. Vor allem junge Erwachsene, aber auch viele Ältere und Kinder beteiligten sich an dem Protest. Unter ihnen auch der neunjährige Bjarne und der achtjährige Vali. Die beiden Freunde trugen, wie viele andere auch, eine grüne „Atomkraft? Nein Danke“-Fahne und fanden es wichtig „dabei zu sein“.


Die nächste Möglichkeit gegen Atomkraft zu demonstrieren, gibt es am 12. Februar um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Greifswald.

Atomkraftgegner in Schutzkleidung 
Castor-Stopp-Banner 
Daniel Holtermann klopft sich auf die Schulter, weil die Atomkraftgegner den Transport im Dezember erfolgreich stoppen konnten 
Anti-Atom-Demo vor dem Rostocker Rathaus 
Vorbereitung zur Demo 
Anti-Atom-Demo auf dem Hauptbahnhof 
Polizisten bei der Anti-Atom-Demo in Rostock 
Atomkraftgegner in Rostock 
Gesichtsbemalung