
Die Ostsee sei für Schwimmer aber zu unruhig und zu kalt, meint Ingolf Jopke, der Präsident des Schwimmverbandes MV. Der Verband richtet in diesem Jahr die Internationalen Deutschen Meisterschaften im Freiwasserschwimmen in Rostock aus. Die Schwimmwettbewerbe im offenen Gewässer werden stattdessen in der Warnow, im Stadthafen bei der Silohalbinsel, ausgetragen. Zum ersten Mal findet eine derartige Veranstaltung hier statt.

Hier ist alles „wunderschön eingerichtet“ loben die Veranstalter vom Deutschen Schwimmverband. Die wohl längste Zielgerade bei einer Deutschen Meisterschaft soll das Sportereignis gerade auch für Zuschauer attraktiv machen. Noch bis zum Sonntag können sie die Wettkämpfe der Langstreckenschwimmer direkt an der Kaikante aus nächster Nähe verfolgen.

Besonders für letztere bedeutet das Schwimmen in Rostock an diesem Wochenende „Warmbadetage“. Denn gewöhnlich trainieren die Schotten bei Wassertemperaturen von 14 bis 16 Grad Celsius. Heute erreichte die Warnow Werte von etwa 19 Grad.
Insgesamt blieb das Wetter am Vormittag des ersten Wettkampftages jedoch leicht ungemütlich. In langen Wärmemänteln und Wollmützen warteten die jungen Sportler unter einer dicken Wolkendecke auf ihren Einsatz.

Gewonnen hat Titelverteidiger Christian Reichert vom SC Wiesbaden. Schon ab der zweiten Runde hatte er sich vom Verfolgerfeld gelöst und erreichte mit deutlichem Abstand und einer Zeit von 1:56:09.37 das Ziel. Das reichte als Qualifikation für die kommende Europameisterschaft in Israel.
Trotz eines kleinen Restärgers über die erst kürzlich geplatzte Qualifikation für die WM in Schanghai, „hat es sich gut schwimmen lassen,“ erklärt Reichert und ergänzt: „Es war nicht so kalt. Ich friere normalerweise richtig.“
Freuen konnte sich der 26-Jährige nicht nur über seinen eigenen ersten Platz, sondern auch über den Sieg seiner Frau. Nadine Reichert schwamm am Nachmittag auf derselben Distanz den anderen Frauen mit einer Zeit von 02:03:49.72 davon.
Auf den Plätzen folgten bei den Herren Robert Nüßle (Erfurter SSC) und Joseph Keindl (SSF Bonn). Bei den Damen belegten Natalie Charlos (Swim-Team Elmshorn) und Ines Hahn (TSV Hohenbrunn-Riemerling) Platz zwei und drei.
Bis zum 26. Juni werden noch weitere Wettkämpfe über Strecken von 2,5 bis 25 Kilometern ausgetragen. Die Teilnehmer können sich dabei noch für die Jugend-Europameisterschaft, die Europameisterschaft und die Weltmeisterschaft qualifizieren. Wer sie dabei anfeuern möchte, sollte unbedingt im Stadthafen vorbeischauen.