Unter dem Motto „Freiheit statt BRD“ wollten heute Anhänger rechtsextremer Gruppierungen im Stadtteil Lütten Klein durch die Straßen ziehen. Natürlich nicht widerstandslos. Mehr als 150 Organisationen, Verbände, Gruppierungen und Personen hatten sich im Voraus zusammengeschlossen. „Erster Mai nazifrei – Vielfalt statt NPD“ lautetet ihr Motto. Dass in Rostock kein Platz für Rechtsextreme ist, wurde durch eine Sitzblockade demonstriert. Mit vielen Farben und Gesichtern wurde zugleich ein Zeichen auf dem politischen 1. Mai-Fest gesetzt.
„Rostock ist eine Stadt der Vielfalt“, „Zeichen setzen gegen Rechts“, „In Rostock ist kein Platz für Nazis“. Parolen dreier verschiedener Parteien und seltener Konsens. Rostocker Bürger sowie Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Vereinen, Verbänden, Jugendorganisationen und der Kirchen hatten sich im Fischerdorf in Rostock Evershagen zum Widerstand gegen Rechts zusammengefunden.

Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) wies auf die Verantwortung der Politik im Kampf gegen Rechtsextremismus hin. Gleichzeitig sei eine solidarische Gesellschaft Grundlage für Demokratie und Toleranz. „Wir wollen ein soziales, menschliches und friedliches Miteinander in Mecklenburg Vorpommern. Wir müssen gemeinsam Flagge zeigen gegen Nazis“, so die Ministerin.

Für Jugendaktivistin Franziska (17), Mitglied der Organisation „Rebell“, darf der eigentliche Sinn des 1. Mai nicht vergessen werden: Gemeinsam zu kämpfen für eine gerechte Welt. Ein Volksfest zu diesem Anlass ist der Schülerin zu wenig.
Viele der Rostocker und Rostockerinnen nahmen auch schon in den vergangenen Jahren an den Demonstrationen zum 1. Mai teil.


„Aktiver Widerstand ist der richtige Weg”, so Schülerin Paula Carnein (17), „ein Volksfest interessiert die Nazis wohl weniger. Trotzdem ist es besser, als nichts zu tun.“