
In den vergangenen 14 Monaten mussten die Anwohner hier einiges an Baustellenlärm ertragen, doch das Ergebnis lobt Ines Heinrich, die am Georginenplatz eine Handweberei betreibt, kurz und knapp als „perfekt“.
Matthäus begeistert vor allem der schöne Blick zum Alten Strom. Ein schmaler Straßenzug mit hohen Häusern und Balkons – ein wenig „italienisches Flair“ empfindet der Senator: „Ein völlig neues Gefühl, das war immer Hinterhof!“
Poller schützt Fußgängerzone im historischen Ortsbereich

Matthäus hofft, dass die neu gestalteten Flächen gut angenommen werden. Erste Anträge für eine Nutzung der Außenbereiche mit Tischen und Stühlen gibt es bereits.
Zusammen mit den Künstlern am Georginenplatz könne sich ein „völlig neuer Anziehungspunkt“ in Warnemünde entwickeln, hofft der Bausenator und ist sich sicher: „2021 wird alles besser, dann kommen auch wieder Gäste.“
15 Mio. Euro in den vergangenen zehn Jahren investiert
Von Oktober 2019 bis Dezember 2020 wurde die Georginenstraße durch die Firma ASA-Bau GmbH erneuert und umgestaltet. „Per Heimarbeit kriegt man das hier nicht aufgebaut“, lobt Matthäus die Baufirmen, die trotz Corona-Pandemie gebaut haben. Rund 1,5 Millionen Euro wurden in den Straßenbau investiert, dabei wurden auch die Knotenpunkte zur Friedrich-Franz-Straße, zur Alexandrinenstraße sowie zum Strom umgestaltet.
Nordwasser hat die Trink-, Schmutz- und Regenwasserleitungen sowie die Hausanschlüsse erneuert, die Stadtwerke ihre 20 kV- und 0,4 kV-Leitungen. Oberirdisch wurde Granitpflaster verlegt. Straßenentwässerung und -beleuchtung wurden erneuert und Fahrradständer, Poller sowie Geländer eingebaut.
Insgesamt flossen in den vergangenen zehn Jahren fast 15 Millionen Euro in die Sanierung des Warnemünder Zentrums. Kirchenplatz, Kirchenstraße, Alexandrinenstraße, Anastasiastraße, Seestraße und Stephan-Jantzen-Platz wurden neben der Georginenstraße grundhaft saniert und umgestaltet. Drei Millionen Euro Fördermittel kamen vom Land, das 2010 auf Antrag der Stadt ein Sonderfördergebiet für Warnemünde entwickelt hat – in Zeiten der Haushaltskonsolidierung eine wichtige Hilfe, so Matthäus.
Georginenplatz, P+R-Konzept sowie Elektrobusse sollen folgen
Für die Sanierung des angrenzenden Georginenplatzes ist das Amt für Stadtgrün zuständig. „Ich denke, in zwei Jahren ist das im Haushalt drin“, sagt Holger Matthäus.
Für die Stadtverwaltung steht jetzt der Verkehr vor Warnemünde im Mittelpunkt, erläutert der Senator. Dazu gehören neben einem Radschnellweg an der Stadtautobahn und der Verbesserung der Fahrradstraße über Diedrichshagen auch die geplanten Parkhäuser.
Im nächsten Jahr sollen zwei Elektrobusse in Warnemünde fahren. Dann ist auch ein Park-and-Ride-Konzept geplant: Das Parkticket soll künftig als Fahrschein für den Ortsbus dienen.