
Gregor Sander ist gebürtiger Schweriner. Von 1990 bis 1992 lebte er in Rostock und begann ein Medizinstudium, welches er nach drei Semestern abbrach. Im Jahr 2002 veröffentlichte er seinen ersten Erzählungsband „Ich aber bin hier geboren“, fünf Jahre später folgte der erste Roman „Abwesend“.


Im Gespräch mit dem Lektor verriet Sander, dass bei dieser Geschichte zum Beginn des Schreibprozesses das Ende nicht klar war. „Ich habe der Geschichte einfach ihren Lauf gelassen.“ Entstanden ist „Weiße Nächte“ wirklich auf einem Segelausflug, den der Autor mitgemacht hat.
Die zweite Geschichte war von Anfang an für die Lesung in Rostock gesetzt. Sie trägt den Titel „Stüwes Tochter“ und spielt im Rostock der 90er Jahre. Alles beginnt wie eine typische Liebesgeschichte. Der Protagonist Adam sucht eine Wohnung und findet ein Zimmer in der Wollenweberstraße bei Andrea, in die er sich sofort verliebt. Das Problem ist, dass es da noch einen Mann gibt, der um ihr Herz buhlt, nämlich Helge, der eine Wohnung im Dach der Nikolaikirche bewohnt. Adam erfährt, dass Andreas Vater bei der Stasi war und auch seine Tochter überwachen ließ, was zu einem Bruch von Vater und Tochter führte. Aus der Liebesgeschichte wird eine Geschichte, die den Umgang mit Altlasten aus der DDR thematisiert. Den Höhepunkt markiert ein Gespräch zwischen Adam und dem Vater, während gerade das neue Dach auf die Petrikirche gesetzt wird.
Winterfisch ist das ideale Buch für den Strand, auch wenn es momentan vielleicht noch ein bisschen zu kalt ist. Neun nicht zu lange Geschichten, die toll erzählt sind und von ihren einzigartigen Figuren leben. Dazwischen kann man den Blick immer wieder über die Ostsee wandern lassen und nachvollziehen, warum sie sich so perfekt als Kulisse eignet.