Spektakuläre Aktion im Stadthafen Rostock: Der östliche der beiden blauen Portalkräne auf der Haedge-Halbinsel ist heute mit einem riesigen Autokran wenige Meter versetzt worden. Grund waren Absackungen an der Kaianlage, wodurch der Kran zu kippen drohte.
Der Umzug dauerte nur wenige Minuten. Ein 500-Tonnen-Kran der Firma H. N. Krane hob den 70 Tonnen schweren Hafenkran in einem Stück an, drehte ihn um 90 Grad ein und setzte ihn 20 Meter weiter landseitig auf einem temporären Fundament aus Stahlplatten, Erde und Holzbohlen wieder ab. Im Vorfeld wurde ein drei Tonnen schweres Gewicht am Hafenkran angebracht, um diesen beim Anheben im Lot zu halten.
„Ich bin sehr zufrieden, alles ist komplikationslos abgelaufen“, freute sich Hafenkapitän Falk Zachau nach der Aktion, auch wenn es beim Abheben und Aufsetzen schon ein wenig Nervenkitzel gab, ob „auch alles so passt, wie es berechnet wurde“.

„Da der landseitige Kranfuß nicht wie die beiden seeseitigen tiefgegründet worden ist, sondern nur flachgegründet auf einem Schotterbett, kann man an der Stelle keine Standsicherheit mehr garantieren“, führt der Leiter des Hafen- und Seemannsamtes der Hanse- und Universitätsstadt weiter aus.
Keine Gefahr besteht für den baugleichen zweiten Kran, der nur wenige Meter entfernt steht. „Alles was wir bisher untersucht haben, hat ergeben, dass der zweite Kran nicht betroffen ist“, bestätigt Zachau.

Die beiden blauen Portalkräne wurden in den 1960er-Jahren im DDR-Kombinat TAKRAF (Tagebau-Ausrüstungen, Krane und Förderanlagen) hergestellt und im Stadthafen Rostock für den Güterumschlag eingesetzt. Nachdem der Umschlag hier Anfang der 1990er Jahre endgültig eingestellt wurde, blieben die beiden Hafenkräne als maritimes Erbe an der Kaikante.