Im Vorfeld der 22. Hanse Sail vom 9. bis 12. August 2012 steht vor allem die Frage nach den Neuigkeiten und Besonderheiten des maritimen Festes im Fokus. Wie schon in den zwei Jahrzehnten zuvor können auch in diesem Jahr unter den annähernd 200 Teilnehmern „neue“ Schiffe, sprich solche, die das erste Mal Rostock anlaufen, begrüßt werden. Das sind zum einen das neben der russischen Viermast-Bark „Kruzenshtern“ (Baujahr 1926, 114,5 m) größte Segelschiff der diesjährigen Sail, die „Star Flyer“ (Bj. 1991, Länge 115,5 m) unter der Flagge Maltas sowie die Gaffelketsch „Olander“ (Bj. 1931) aus Polen, der niederländische Gaffelschoner „Eldorado“ (2010) und der 108 Jahre alte Dampfschlepper „Woltman“ aus Hamburg. Die „Schiffe ohne Segel“ und speziell „Dampfschiffe“ gehören traditionell zum Bild der Rostocker Sail. Außer dem Dampfeisbrecher „Stettin“, der im nächsten Jahr 80 wird und bisher bei jeder Hanse Sail dabei war, wird der 1906 gebaute Tonnenleger „Bussard“ am Start sein, der 2011 erstmals Rostock angesteuert hat.
Eine „überragende“ Premiere im Rostocker Stadthafen hat der Schwimmkran „Langer Heinrich“, der nach erforderlicher Reparatur und Rekonstruktion erstmals von den Besuchern der Veranstaltung besichtigt werden kann. Der Schwimmkran gehörte vor 100 Jahren mit einer Hubhöhe von 50 Metern und einer Hakenlast von 100 Tonnen zu den größten der Welt. So wird auch die 22. Sail ein neues Kapitel im „Lexikon der Traditionsschifffahrt“ aufschlagen und nicht nur maritim Interessierte finden zwischen Stadthafen und Warnow-Mündung ein faszinierendes Spektrum lebendiger Schifffahrtsgeschichte, das durch Kreuzliner, Fähren, die Grauen Schiffe der Deutschen Marine und Hunderte Sportboote komplettiert wird. Dieses wunderbare maritime Schauspiel lässt sich in diesem Jahr erstmals von der FIAT-Tribüne auf der Ostmole unmittelbar vor der Yachthafenresidenz „Hohe Düne“ erleben. Hier sitzen die Zuschauer tatsächlich bequem in der ersten Reihe.
Barkentinen, Brigantinen und Toppsegelschoner im Blickpunkt

Beispielhaft für die Familie der Gemischtgetakelten segeln zur diesjährigen Sail die niederländische Barkentine „Atlantis“ (57 m), die deutsche Brigantine „Greif“ (41 m), traditionell das NDR-Schiff, und das mit 70 Metern drittgrößte Segelschiff am 2. August-Wochenende, der Toppsegelschoner „Gulden Leeuw“ (NL).
Seit vier Jahren stehen am Vortag des maritimen Festes die Haikutter im Mittelpunkt (8. August), die zwischen dem dänischen Nysted und Warnemünde ihre Regatta austragen, ein Rennen, das bei Mitseglern sehr beliebt ist. Erstmals zur Hanse Sail angekündigt hat sich der Nordpolarforscher Arved Fuchs mit seinem legendären Haikutter „Dagmar Aaen“.
Die Hanse Sail Rostock zählt weltweit nicht nur zu den größten maritimen Festen, sondern mit der Schiffsvielfalt und der Ostsee vor Warnemünde auch zu den attraktivsten Mitsegel-Arealen. Bis zu 30.000 Besucher nutzen diese Möglichkeit und für viele ist schon die Revierfahrt auf der Warnow Richtung Ostsee ein Erlebnis. Das ist nichts Neues, wohl aber die neue Qualität der Möglichkeiten per Handy mit der Hanse-Sail-App z.B. vor Ort noch freie Mitsegelplätze zu finden.
Neu ist auch, dass es seit Frühjahr 2012 den maritimen Verbund „Maritime Feste an Deutschlands Küsten“ mit zwölf Partnern gibt, darunter der Hamburger Hafengeburtstag, die Kieler Woche, das Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven und die Sail Bremerhaven, die Hanse Sail und die „Warnemünder Woche“, die im Juli ihr 75. Jubiläum feierte. Die maritimen Feste sind ein echtes norddeutsches Markenzeichen, von dem alle Partner und natürlich auch das Acht-Millionen-Publikum, das diese Events besucht, profitieren.
Die „Qual der Wahl“ – das große Volksfest bietet 100 Programmpunkte

Zu den musikalischen und künstlerischen Highlights der diesjährigen Sail gehören das Eröffnungskonzert im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern mit der „jungen norddeutschen philharmonie“ am 8. August 2012 in der Halle 207, gefördert von der WIRO, und die 2. Internationale Liederregatta am 11. August in der Heiligen-Geist-Kirche, sowie die maritime Kunstausstellung „Hanse Sail & Me(e)hr“ in der Hochschule für Musik und Theater vom 27. Juli bis 17. August. Im Remter des Rostocker Rathauses zeigt der wohl bekannteste russische Marinemaler Andrej Tron nach 2005 zum zweiten Mal während der Hanse Sail seine Arbeiten. Diese Ausstellung wird am Montag, dem 6. August 2012, um 14 Uhr eröffnet.
Das Volksfest bietet am 2. August-Wochenende kostenlose Programme auf rund einem Dutzend großer und kleiner Bühnen. Darunter ist die des NDR, den es 20 Jahre in Mecklenburg-Vorpommern gibt und der seit Anfang an die Hanse Sail begleitet. Als Partnerland der Sail 2012 ist die Republik Frankreich mit der Band „Sur les docks“ aus Dünkirchen dabei.
Der „Offene Stützpunkt der Marine“ in Hohe Düne, das 13. Kanoniers- und Böllertreffen in Gehlsdorf, die 3. Mini-Sail im IGA-Park, das Seeflugzeug im Fischereihafen Marienehe, zu dem sich zwei Flugboote gesellen werden, darunter ein Nachbau der legendären „Sikorski“ aus den USA, das von der OSPA präsentierte Feuerwerk am Samstagabend oder das Helmtaucher-Treffen im Rostocker Stadthafen sind nur einige von rund 100 Programmpunkten. Ob laut oder leise, ob beim Mitsegeln, an der Kaikante oder auf dem Markt, die Hanse Sail bietet mit freundlicher Unterstützung vieler Sponsoren und Partner ein attraktives Programm für rund eine Million Besucher. Und Rostocker ist wieder das Bier der Hanse Sail. Prost – auf die 22.!
Quelle: Büro Hanse Sail Rostock