Nicht nur, dass London sich in der Wahl des Austragungsortes der Olympischen Spiele vor Rostock als Zweigstelle von Leipzig durchgesetzt hat, nun haben sich auch einige große Segelschiffe entschieden, eher dort anzulegen, als ein Gast in der Hansestadt zu sein. Während die Sommerspiele am kommenden Wochenende zu Ende gehen, wird es hier auf der Hanse Sail ab dem 9. August erst richtig aufregend und man könnte sich fragen, für welches Ziel sich die großen Segler entschieden haben. Lohnt es sich überhaupt, nach Rostock zu kommen, wenn die Flagschiffe sich vielleicht nach London begeben haben? Darauf folgt nur ein klares Ja!
Und es haben sich trotz der Londoner Konkurrenz viele Schiffe angemeldet: 222 Traditionssegler, Museums- und Gastschiffe zeigen den erwarteten eine Million Besuchern ihre Besonderheiten und bieten Besichtigungen und Mitfahrten an. Unter ihnen sind auch einige Premierengäste, wie die „Star Flyer“, die schwedische „Constantia“, die polnische „Olander“, die niederländische „Eldorado“ und der 108 Jahre alte Hamburger Dampfschlepper „Woltmann“. Die Dampfschiffe sind es auch, die bei der diesjährigen Hanse Sail im Vordergrund stehen.
Oberbürgermeister Roland Methling, der selbst 15 Jahre lang der Leiter des Hanse Sail- Büros war, gibt allerdings zu, dass sich viele Traditionssegler auf den Weg in die britische Hauptstadt zu den Olympischen Spielen gemacht haben: „London garniert sein Fest mit dem besten, was die Segelschifffahrt zu bieten hat. Ihr tatsächliches Zuhause haben die Schiffe jedoch in Rostock gefunden.“ Immerhin: Die „Greif“ und „Stettin“, die noch nie eine Sail versäumten, sind auch in diesem Jahr wieder in der Hansestadt.

Hanse Sail-Chef Holger Bellgardt, ist stolz, wieder ein breit gefächertes Programm bieten zu können, denn „warum sollte man ein gut funktionierendes Konzept ändern?“
Und so verteilen sich die Highlights auf sieben Standorte – natürlich auch mit einigen Neuerungen:
Es gibt wie immer eine bunt gemischte Promenade in Warnemünde mit einer zusätzlichen Bühne am Leuchtturm. Den besten Blick auf die Schiffe hat man von einer Tribüne am Seekanal bei der Yachthafenresidenz Hohe Düne. Besucher haben hier die Möglichkeit, einen Moment der Ruhe und des Genusses zu finden und die ein- und auslaufenden Schiffe mit ihren gesetzten Segeln zu betrachten.

Im IGA-Park werden wohl die kleinsten Schiffe und Flugzeuge zu sehen sein, da hier die meist ehrenamtlichen Modellbauer ihre Kunststücke präsentieren. Wer sich das ganze Spektakel von oben ansehen möchte, kann in Marienehe auch einen Rundflug buchen.
Am Gehlsdorfer Ufer zollen die Kanoniere den Gästen und Teilnehmern Respekt, indem sie mit 40 Kanonen mehrere Salut-Schüsse abfeuern. In der Innenstadt bietet der Stadthafen die freie Sicht auf die verschiedensten Schiffe – seien es Yachten, Koggen, Barkassen, 2- oder 3-Master zum Mitfahren oder als schöne Kulisse zu einem großen Jahrmarkt.

Am Abend des Hanse Sail-Samstags wird es dann noch einmal romantisch: Zeitgleich werden um 22:45 Uhr in Warnemünde und im Stadthafen zwei Feuerwerke entzündet. So sind sie für alle Besucher auf den Segelschiffen gut zu sehen. Übrigens gibt es noch immer freie Plätze, die man für 60 – 70 € buchen kann.
Holger Bellgardt ist voller Hoffnung, dass nach der Wetterpleite im letzten Jahr an diesem Wochenende kein Gast seekrank werden wird. Und er scheint Recht zu behalten: Die Wetterprognose sagt eine mäßige Brise, keinen Niederschlag, leichte Bewölkung und circa 19°C Lufttemperatur voraus.
Weitere Infos gibt es auf der Hanse-Sail-Website.