
Eingeleitet wurde der Stiftungstag von dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. med. Ingo Richter mit einer lockeren Eröffnungsrede. Drei wichtige Persönlichkeiten musste er gleich entschuldigen: Oberbürgermeister Roland Methling, Kultursenatorin Liane Melzer und Bürgerschaftspräsidentin Karina Jens kämpften noch mit dem Haushaltsentwurf. Anscheinend ein langer, schwerer Kampf.
Auch der 1. Stellvertretende Vorsitzende Arno Pöker verpasste die Zeremonie aus familiären Gründen, was dem Gesamtablauf zwar keinen Abbruch tat, jedoch einige spontane Improvisationen nötig machte. Mit seiner charmant-lockeren Art und seinem rhetorischen Talent überbrückte Richter geschickt jede Pause.

Dass es nicht nur um die finanzielle Seite der Stiftung geht, betonte der Staatssekretär im Ministerium für Verkehr, Bau und Landesentwicklung Sebastian Schröder in seiner Ansprache. Es gehe um Gemeinsamkeit, Zusammengehörigkeit, Solidarität, vor allem aber um das Mitgestalten des eigenen Lebensumfeldes. Er lobte die Stiftung und alle Stifter für ihre engagierte Arbeit.

Angefangen hat sie mit Spenden an Kinderkliniken. Die Geldern stammten aus dem Verkauf ihrer antiquarischen Kaffeekannensammlung. Kein Scherz. Allerdings, so scheint es, ist ihr diese Aufgabe zu praxisfern. Über viele Jahre hinweg hat sie inzwischen 37 Kindern ihr Zuhause geöffnet, als diese in Notsituationen geraten waren.
Damit ging dieses Jahr die Ehrennadel nicht an einen Stifter, der in erster Linie viel Geld gespendet hat, sondern es wurde diesmal die einzigartige Arbeit und Hingabe von Frau Groß geehrt.
Natürlich wurden auch die Projekte 2010 vorgestellt und den Vertretern der Vereine oder Initiativen der symbolische Scheck überreicht. Auffallend dabei war die große Anzahl an Projekten für Kinder und Jugendliche. Der höchste Betrag ging an den ambulanten Kinderhospizdienst OSKAR mit 2.850€. Dieser Dienst wird von der Caritas und der Rostocker Stadtmission geleitet, deren Vertreter in Begleitung des kleinen Oskars den Scheck entgegennahmen.
Besonders interessant war das Projekt der „Rostocker Erinnerungstafeln“, die bereits an verschiedenen Plätzen der Stadt über deren Gebäude und Historie Auskunft geben. Cordula Schah Sedi von der Hanseatischen Bürgerstiftung ermunterte das Publikum, eine Tour zu den einzelnen Tafeln zu machen und nannte es „einen Stadtrundgang der anderen Art“.

Gleich am Anfang spielte Adam Solta aus der Gitarrenklasse von Prof. Thomas Offermann der Hochschule für Musik und Theater Rostock ein Prélude von Johann Sebastian Bach, das durch seine einzigartige Interpretation aber mehr nach einem spanischen Wiegenlied klang. Da könnte man sich glatt an die spanische Küste träumen. Für diese wunderbare Vorstellung erntete er großen Applaus.
Gefördert wird Prof. Offermanns Projekt „Guitarrenfestival in Spanien“. Aha, da schließt sich also der Kreis.

Drei zauberhafte Darsteller führten uns zurück in die Schule. Die sehr strenge Lehrerin, ganz typisch mit Brille und Tafel, gab ihrer Schülerschaft, also uns, Unterricht. Die Vielfalt der jüdischen Sprache war in ihrer „Stunde Nummer 1“ das Thema.
Es wurden Lieder gesungen in Hebräisch, Ladino und Jiddisch, deren Bandbreite sich von herzzerreißend schön („Jaffo“ in Hebräisch) bis lauthals komisch („As de Rebbe singt“ in Jiddisch) präsentierte. Für ihre überzeugende Leistung ernteten die Schauspieler schallenden Applaus.

Mit diesem virtuos gespielten Musikstück endete die Veranstaltung und auch Hündin Luna durfte endlich in ihren wohlverdienten Feierabend.