Eine Reise um die Welt – was der englische Gentleman Phileas Fogg in 80 Tagen schaffen will, das zeigt das Volkstheater in 75 Minuten.
So wird es zumindest angekündigt. Ob beide ihren Zeitplan auch einhalten? Bei der Premiere des Theaterstücks nach der Vorlage des Jule Verne Klassikers hatte ich Gelegenheit das nachzuprüfen.

Schlag 10 Uhr - jetzt soll die Vorführung eigentlich losgehen. Aber es haben immer noch nicht alle Zuschauer ihre Plätze eingenommen. Der Beginn verzögert sich um zwei Minuten.
Für Phileas Fogg, einem Verfechter der britischen Pünktlichkeit und mathematischen Präzision wäre diese Verspätung unverzeihlich. Bei der Einführung der Figuren erfährt das Publikum, dass wegen einer ähnlichen Ungenauigkeit sein alter Diener seine Stellung verloren hat. Nun tritt Passepartout den Dienst bei dem reichen Gentleman an und wird auch prompt in ein waghalsiges Abenteuer verwickelt. Mit den Mitgliedern des Londoner Reformclubs wettet Phileas Fogg nämlich um sein halbes Vermögen, dass es ihm gelingt, in 80 Tagen um die Welt zu reisen.

Doch der Plan gerät in Gefahr. Denn sie werden verfolgt von dem Geheimagenten Fix. Der glaubt, mit Phileas Fogg einen gesuchten Bankräuber zu verfolgen und versucht ihn festzusetzen.
Ob es ihm gelingt und ob Phileas Fogg, den scheinbar nichts aus der Ruhe bringen kann, doch noch sein Herz für die indische Prinzessin Auoda öffnet, die er vom Scheiterhaufen gerettet hat - das können Interessierte noch bis zum 2. September im Sommerprogramm des Rostocker Volkstheater erleben.

Es hätte allerdings noch mehr wohlverdienten Beifall für das Volkstheaterteam geben können. Einige Klassen jedoch mussten eilig die Halle 207 verlassen, um pünktlich ihren Bus zur Heimreise zu bekommen. Ja - das Volkstheater hatte überzogen und lag mit elf Minuten über der Zeit.

Mit einer Abenteuergeschichte Kindern eine andere Zeit und eine andere Welt näher zu bringen, das liegt auch in der Absicht des Regisseurs Tim Heilmann. Bereits seit sieben Jahren inszeniert er Stücke für junge Theaterbesucher.

Die Fassung von Tim Heilmann ist daher für alle „großen und kleinen Reiselustigen“ ab 5 Jahren gedacht.
Fotos 1, 3 und 5: Dorit Gätjen, VTR