Gutes Essen und angeregte Gespräche standen im Mittelpunkt der gestrigen Jahresköste im Apollosaal des Steigenberger Hotels Sonne. Beim Festakt, der auf Traditionen der Hanse beruht, treffen sich einmal im Jahr 100 Kaufmänner der Hansestadt, um bei einem klassischen Vier-Gänge-Menü wirtschaftliche Kontakte zu pflegen und nebenbei Spenden für gemeinnützige Zwecke zu sammeln.
Der Ablauf des Abends folgt gewissen Regeln und Traditionen, die teilweise schon im 14. Jahrhundert verwurzelt sind. So findet die Begrüßung im Festsaal des Rathauses statt, bevor anschließend zum Besteck gegriffen wird. Neben den 100 Kaufmännern sind auch Gäste aus der Politik und dem Stadtleben sowie ein spezieller Gastredner eingeladen. In diesem Jahr war es der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer, der in die Fußstapfen von so großen Namen wie Angela Merkel und Joachim Gauck trat.

Ein weiteres Überbleibsel aus der Geschichte ist, dass nur Kaufmänner an dem Essen teilnehmen dürfen. Da es aber auch viele Damen in wichtigen Führungspositionen gibt, sollte eines der Themen des Abends sein, ob man diese zukünftig auch zum Essen einladen soll. Sonst standen wie in jedem Jahr wirtschaftliche Themen und Kontaktpflege im Mittelpunkt, wie auch Matthias Herrmann bestätigte.

Nach dem Hauptgang des Mahles, der traditionsgemäß aus Mecklenburger Schweinerippenbraten bestand, folgte ein weiterer wichtiger Teil des Abends. Ziel der Jahresköste ist nämlich auch, Geld für gemeinnützige Projekte zu sammeln. So kamen in den letzten 18 Jahren über 500.000 Euro für verschiedenste Zwecke zusammen. Unter anderem wurde ein Spielplatz gebaut, die Kunsthalle und das Theater unterstützt und verschiedenen Kirchenrestaurierungen gefördert.
In diesem Jahr kamen 37.500 Euro zusammen, die vor allem für zwei kulturelle Großprojekte eingesetzt werden. Zum einen gehen 15.000 Euro an das Stadtarchiv zur Restaurierung der Vicke-Schorler-Rolle, einer historischen und einmaligen Stadtansicht. Zum anderen werden 7.500 Euro für den Ankauf der Bronzeplastik „Die Trinkende“ ausgegeben, deren Kopie sich im Rosengarten befindet. Mit dem restlichen Geld sollen verschiedene kleine Projekte gefördert werden, die aber noch nicht feststehen.