
Gestern wurde das Festival mit einem Konzert im Katharinensaal eröffnet. Eingestimmt wurde es zuvor mit einer Trompetensonate des barocken böhmischen Komponisten Ignaz Franz Biber, die sieben Studenten von oben über das Foyer erklingen ließen.

Wie bei einem Kammermusikfestival nicht anders zu erwarten, spielten die Musiker ausschließlich in kleiner Instrumentenbesetzung. Das größte Ensemble bildete das Nonett der HMT. Mit einem vitalen Stück von Bohuslav Martinů gaben sie den Auftakt. Es folgten verschiedene andere Formationen und Solisten. Sie stellten nicht nur Stücke berühmter Vertreter der tschechischen Musik wie Antonín Dvořák vor, auch weniger bekannte Komponisten waren zu hören.
Eine prominente Rolle unter den Instrumenten spielten dabei immer wieder die Bläser, die die regionalen Eigenheiten in den klassischen Stücken besonders gut zur Geltung brachten. Wurden doch in Böhmen gerade beim Bau von Blechblasinstrumenten wertvolle Beiträge geleistet. Klavier, Streicher und Gitarre bereicherten die klangliche Vielfalt, die vom flotten Florentiner Marsch eines Julius Fucik bis zum sommerleichten Notturno von Wenzeslaus Matiegka abwechslungsreiche Stimmungen bot.

Auch in den nächsten Tagen sollen bestimmte thematische Aspekte der Musik aus Böhmen und Mähren vertieft werden. So wird es unter anderem um Kompositionen aus dem Theresienstädter Ghetto gehen. Hierfür ist es dem Zentrum für Verfemte Musik gelungen, die Zeitzeugin Anna Hanusová-Flachová einzuladen.
Weitere Einzelheiten zum Programm findet ihr auf der Website der HMT.