Bei Knorkator gehört das Außergewöhnliche mit zur Liveshow. Da werden schon mal Toastbrote in die Menge geworfen oder Gemüse mit einem Zerkleinerer in Richtung Publikum katapultiert. Auch das gestrige Konzert der Band im Rostocker M.A.U. Club lieferte gleich zu Beginn eine Überraschung, wenn auch etwas unschöner Art. Stumpen, seines Zeichens Sänger und hyperaktiver Hampelmann, betrat auf eine Krücke gestützt die Bühne. Was war passiert?
Erst im April waren die Musiker zuletzt in Rostock, damals als Teil der 77 Minuten Clubtour. Sie wollten sehen, ob sich nach der langen Bandpause überhaupt noch Leute für Knorkator interessieren. Die Resonanz war fantastisch, die Konzerte blitzschnell ausverkauft und die Tour war ein voller Erfolg. Im September erschien dann das neue Album „Es werde Nicht.“ Und nun ist die Kapelle wieder in ganz Deutschland unterwegs, um die Lieder auf Livetauglichkeit zu überprüfen.

So hieß es also Zähne zusammenbeißen und das linke Bein so gut es ging schonen. Aber die Krücke allein konnte die Energie des hyperaktiven Springteufels nicht bändigen. So wurde er von seinem Bühnenhelfer, nachdem er sich aus dem schwarz-weißen Latexganzkörperanzug gepellt hatte, mit Klebeband an eine Schaukel geklebt. Mitmusiker Alf Ator kommentierte: „Wenn wir das nicht machen würden, würde er den Schmerz vergessen und trotzdem ins Publikum springen.“ So durfte das Rostocker Publikum ein ganz besonders abgedrehtes Konzert erleben.

So war die Stimmung das ganze Konzert über am Kochen. Der M.A.U. Club war rappelvoll, das Konzert war schon vor Wochen ausverkauft. Natürlich besteht Knorkator nicht nur aus Stumpen. Gitarrist Buzz Dee kam gewohnt mit Sonnenbrille und brennender Kippe auf die Bühne, Keyboarder und „musikalisches Gehirn“ Alf Ator stand an seinem Keyboardring, die Schlagzeugstöcker schwang Nicolaj Gogow und für den passenden Bass sorgte Rajko Gohlke.
Die neuen Songs kamen gut bei den Fans an. Zum Lied „Du nich“ wurde ein Video mit Zeichnungen gezeigt, die den Text verdeutlichen – im April war dazu noch ein Flipchart verwendet worden. Die Videowand wurde auch für „Arschgesicht“ verwendet. Das Lied wird auf der CD von Tim Tom, dem Sohn von Alf Ator gesungen. Da der Junge natürlich nicht mit auf Tour kann, wird sein Part per Video eingespielt.

Die Band war also Feuer und Flamme, sodass es nicht verwunderlich war, dass sich die Fans eine Zugabe erkauften. Die Musiker standen mit Fangnetzen auf der Bühne und das Publikum sollte Geldstücke und Scheine werfen. Viele Münzen trafen jedoch den oberkörperfreien Stumpen, der dies mit lauten Schmerzensschreien und Wutausbrüchen quittierte.
Fast alles wie immer also. Und weil es so schön war, hat die Band angekündigt, bald wieder nach Rostock zu kommen. Dann hoffentlich wieder mit einem gesunden Stumpen – ich wünsche ihm auf jeden Fall gute Besserung!Weitere Fotos von der „Mission Ü77“-Tour im Rostocker M.A.U. Club

Alf Ator und Stumpen 
Alf Ator 
Buzz Dee 
Stumpen mit Krücke 
Alf Ator am Keyboardring 
Buzz Dee 
Nicolaj Gogow, Buzz Dee und Stumpen 
Stumpen auf dem Barhocker 
Publikum bei Knorkator im M.A.U. 
Stumpen mit Krücke 
Stumpen schaukelt auf der Bühne herum