Die Rostocker Bürgerschaft hat eine neue Präsidentin. Auf ihrer konstituierenden Sitzung für die 7. Wahlperiode hat sie fast einstimmig Regine Lück an die Spitze der Gemeindevertretung gewählt. Die 65-jährige erfahrene Kommunal- und Landespolitikerin folgt damit auf Dr. Wolfgang Nitzsche, der nach fünf Jahren sein Amt an seine Parteikollegin von der Linken abgibt. Die Partei war nach der Wahl Ende Mai erneut stärkste Kraft in der Rostocker Bürgerschaft geworden und hatte somit das Vorschlagsrecht. Fraktionspartner Eric Adelsberger (Die Partei) sowie die Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Rostocker Bund/Freie Wähler schlossen sich diesem einzigen Wahlvorschlag an. Bis auf eine Enthaltung von AfD-Vertreter Stefan Treichel stimmten alle anderen anwesenden 50 Bürgerschaftsmitglieder zu.
„Ihre Zustimmung ist für mich Auszeichnung und Verpflichtung zugleich“, sagte Regine Lück in ihrer ersten Rede als frischgewählte Bürgerschaftspräsidentin. Die Würde des Menschenbildes und damit verbunden Sachlichkeit und Neutralität sei Grundlage ihrer Amtsperiode. Auf der Grundlage der Verfassung und der Geschäftsordnung der Rostocker Bürgerschaft wolle sie die Bürgerschaftssitzung ohne Ansehen der Person und der politischen Richtung nach außen und innen leiten „zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.“ „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte“, so Lück weiter, „dann ist es eine konstruktive, lösungsorientierte Debattenkultur, verbunden mit dem Wunsch die Zukunft unserer Stadt selbstbestimmt zu gestalten.“
Unterstützt wird Regine Lück bei ihren Aufgaben als Bürgerschaftspräsidentin von vier weiteren Präsidiumsmitgliedern. Zum 1. Stellvertreter der Präsidentin wurde Dr. Harald Terpe (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen) gewählt. Berthold Majerus (CDU/UFR-Fraktion) ist ihr 2. Stellvertreter. Erhard Sauter (Fraktion der SPD) und Jürgen Dudek (Fraktion Rostocker Bund/Freie Wähler) komplettieren das Präsidium der 7. Bürgerschaft.
Unstimmigkeiten bei Ausschusswahlen

Bei den restlichen Ausschusswahlen änderten die AfD-Mitglieder ihre Taktik und konnten sich so jeweils einen Platz in den Ausschüssen sichern. Ob die eine Stimme, nämlich die von Stefan Treichel, der mit seinem nicht anwesenden AfD-Kollegen Thomas Koch eine Zählgemeinschaft gebildet hatte, ausreicht, blieb ebenfalls nicht unumstritten. FDP-Mitglied Julia Kristin Pittasch ließ deshalb ihre Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Ergebnisse zu Protokoll geben.
Nun muss der Bürgermeister die Beschlüsse einer Überprüfung unterziehen und gegebenenfalls juristischen Rat von der Kommunalaufsicht einholen. Diese könnte ergeben, dass die Wahl wiederholt werden muss.