
Nachdem es im Vorfeld bereits heftige Diskussionen um die Neugestaltung des Kröpeliner Tor-Vorplatzes gegeben hat und zuletzt die Abholzung von 14 Bäumen die Gemüter erhitzte, hoffen die Verantwortlichen nun mit der heute vorgestellten Konsens-Lösung überzeugen zu können.
Die Tor-Vorfläche (7.245m²) soll auf beiden Seiten von Grünflächen eingerahmt werden, die etwa ein Drittel des Platzes ausmachen. Vom Schröderplatz aus soll sich ein Weg entlang der Wallanlagen zum Tor-Vorplatz weiten, sodass eine visuelle Verbindung vom nördlichen Schröderplatz in die City entsteht.

Eine Fahrradabstellanlage mit 87 Bügeln soll für Ordnung auf dem Platz sorgen, die Installation von 19 Sitzbänken auf der Sonnenseite des Platzes sowie die Plastik „Die Sinnende“ den Ort verschönern.
Neu ist die geplante Aussichtsterrasse am Rand der südlichen Wallböschung, die vom Vorplatz aus begehbar sein soll und Einblicke in die Wallanlage zulässt. Auch der Eingang vom Platz zum Wall wird neu geordnet, barrierefrei gestaltet und mit Sitzbänken und der Plastik „Blumenmädchen“ verschönert.

Schuld an den großflächigen Maßnahmen seien die unebene Oberfläche des Platzes und die unterirdische Bebauung: „Der Vorplatz ist wie ein Nadelöhr: Alle Leitungen der umliegenden Bebauung können nur rechts und links vom Kröpeliner Tor in die Innenstadt verlaufen. In den Knotenpunkten, die in den Wallanlagen liegen, sind diese Bauwerke bis zu vier Meter tief“, erklärt Pulkenat die Großbaustelle, die zunächst der Bündelung, Sicherung und Umverlegung der Leitungen dient.

„Bei der Baumerhaltung ist natürlich auch die Angemessenheit der Kosten ein wichtiger Punkt. Auch bei den komplizierten Tiefbauarbeiten ist natürlich der Wunsch berechtigt, möglichst jeden Baum zu retten. Das wäre jedoch sehr eindimensional gedacht, denn es ist an dieser Stelle sehr kompliziert und teuer: Es kostet am Ende etwa 100.000 Euro einen Baum zu erhalten. Da muss man sich überlegen, ob das noch gerechtfertigt werden kann, gerade in Anbetracht der Pflanzen-Vitalität“, rechtfertigt der Fachmann die Fällung.

Auf Grundlage einer Bürgerbefragung wurde die ursprüngliche Idee einer Installation von Tor-Elementen als symbolhafte Verbindung von Kröpeliner Tor und Stadtmauer endgültig verworfen. Um die historische Verbindung dennoch wieder herzustellen, wäre stattdessen das Einlassen eines Bandes in den Boden denkbar. So wird der ursprüngliche Mauerverlauf verdeutlicht und gezeigt, „dass das Tor selbst nie allein stand“, wie Uta Jahnke, verantwortlich für die denkmalpflegerische Zielstellung der Umgestaltung, erklärt.
Die Gesamtkosten der Maßnahme betragen einschließlich der Planung etwa 1,69 Millionen Euro und werden durch die Stadt, aus Städtebaufördermitteln und aus Eigenmitteln der Großmarkt GmbH finanziert. Während der Bauphase soll den Rostockern immer ein vier Meter breiter Weg zur Verfügung stehen, um in die City zu gelangen. Die Arbeiten am Platz werden ab Montag intensiv beginnen und sollen rechtzeitig zum Weihnachtsmarkt 2012 beendet sein.
Am Dienstag, dem 21. März 2012, wird der aktuelle Stand noch einmal auf der Sitzung des Ortsbeirates Stadtmitte vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr im Beratungsraum 2 des Rathauses.