
Andy Denzler hat seine großformatigen Malereien extra für die Kunsthalle maßgeschneidert. Eine Premiere also, bevor die Ausstellung, die den Titel „Empire Inc.“ trägt, dann auf Tour geht.
„Ich möchte sie auch in Los Angeles zeigen, wo die Protagonisten herkommen“, erklärt der Schweizer Künstler. Die Protagonisten, das sind Hip-Hop-Stars und Celebrities wie Snoop Dogg, 50 Cent, Dr. Dre, Rihanna oder Eminem. Rapper, DJs und Producers – so der Arbeitstitel – in einem Umfeld der Hip-Hop-Kultur zu zeigen, in der es mehr als nur um Musik geht, hinter der eine ganze Industrie mit Mode- und Sportartikeln steckt und wo sich die Protagonisten wie „Kings and Queens“ inszenieren, das hat Andy Denzler interessiert.
Ihre Posen und Gesten, die so charakteristisch sind, konzentriert er meist auf Kopf- und Schulterporträts in Schwarz-weiß. Um das Royale zu betonten, setzt er hier und da Farbakzente in Purpur. Immer wieder treten Bildstörungen auf. „Es geht darum, die medialen Einflüsse in unserem Leben in die Bildsprache miteinzubeziehen“, erklärt Andy Denzler sein Konzept. Die Bildstörungen erinnern an das Rauschen, das man von den Anfangsjahren des Fernsehens kennt. „Ich bin mit schwarz-weiß Fernsehen aufgewachsen“, sagt der Maler und setzt dieses Zeitphänomen in Verbindung mit der Architektur der Kunsthalle, die Ende der 1960er gebaut wurde.


„Family Story“ lautet der Titel der Ausstellung. Mit seiner eigenen Familie habe es angefangen“, erklärt Hwang Young-Sung die Entwicklung der Werke, die zwischen 2006 und 2012 entstanden sind. Den koreanischen Krieg, die Trennung der beiden Länder empfinde er als sehr schmerzhaft und sie haben ihm bewusst gemacht, welch wichtige Bedeutung die Familie habe und dass Familie überall sei. „Es ist alles, was aus der Welt zusammengekommen ist“, übersetzt seine Dolmetscherin die universale Betrachtungsweise, die sich in der Anordnung zahlreicher verschiedener Zeichen offenbart. Jedes Element habe eine bestimmte Bedeutung. Entlehnt sind sie sowohl buddhistischen Tempeln als auch aus anderen Kulturen, wie etwa von nord- und südamerikanischen Naturvölkern, die der Künstler auf seinen Reisen kennenlernte.