
Obwohl ich mich mit Physik und dergleichen noch nie besonders anfreunden konnte, war ich dank der intensiven Vorbereitung schon ziemlich gespannt auf diesen Tag.

Eröffnet wurde der Mädchen-Technik-Kongress und gleichzeitige Tag der Technik von unserem Universitäts-Rektor Wolfgang Schareck, der selbstbewusst und mit offizieller goldener Kette ans Pult trat. „Es soll nicht nur ein Informations-, sondern viel mehr auch ein Erlebnistag werden“, versuchte er die zahlreichen Schüler zu Beginn zu motivieren.

Wolfgang Schareck nahm das gelassen und erhoffte sich dafür zum Ende des Tages einen „signifikanten Unterschied“.

Die ersten Informationsstände waren schon auf dem Flur vor dem Hörsaal aufgestellt. Neben Infotresen von Rostock denkt 365° und der Fraunhofer-Gesellschaft erregte dort eine technische Leistung besondere Aufmerksamkeit. Die Firma Legamaster hatte unübersehbar ihre neueste Erfindung, eine interaktive Schultafel, aufgestellt und lockte damit Groß und Klein zum kreativen Ausprobieren.

Einige Meter weiter präsentieren Schüler des Gymnasiums Grimmen ihre Robotik-Projekte. Darunter ist auch Paul, der stolz seinen Hindernisroboter präsentiert, an dem er zehn bis zwölf Stunden seiner Freizeit gearbeitet hat. Es scheint sie also doch noch zu geben, die eingefleischten Technikbegeisterten.
In Haus 1, ausgerechnet auf der genau gegenüberliegenden Seite des Campus, gibt es noch mehr Roboter zu bestaunen. Verbunden mit einem Thema, an dem wir momentan wohl alle nicht vorbei kommen und das besonders den männlichen Bevölkerungsanteil erfreut: Fußballspielende Roboter.
„Was hat der denn da am Arm?“, will ein Junge im dicht gedrängten Publikum am Rand des kleinen Spielfeldes wissen. Tatsächlich trägt einer der weißen Roboter anscheinend eine Armbinde, er wird doch nicht etwa der Mannschaftskapitän sein?

Und schließlich ist dann noch der groß angekündigte Stargast – Jean Pütz mit seiner „Pützmunter Show“. Den älteren Generationen noch aus dem Fernsehen bekannt, den jüngeren Gästen eher aus der Müller Milchreis-Werbung oder der Synchronisation des Rochen in „Findet Nemo“, war er schon so etwas wie eine Sensation und wurde entsprechend gut angenommen.
Mittels selbst entwickelter Experimente wollte Jean Pütz uns gemeinsam mit seinem Assistenten Horst die Physik ein kleines Stück näher bringen. So zeigte er anschaulich und spannend, dass größerer Druck immer in niedrigen geht, wie man eine Feuerfontäne mit Bärlappsporen erzeugt oder mit gebündeltem Schall eine Kerze auspustet.

Ob am Ende wirklich alle Techniker werden wollten, bleibt wohl ungeklärt. Mich hat es jedenfalls nicht zu einem radikalen Umdenken für die Zukunft bewogen, sodass ihr hier glücklicherweise weiterhin meine Texte lesen dürft ;-)