Beschäftigen sich Künstler mit der Stadt Rostock und malen entsprechende Stadtansichten, dann widmen sie sich meist den populären Plätzen der Stadt, die für gewöhnlich auch die Touristen anziehen. Nicht so jedoch Dr. Manfred Zoller. Dieser suchte sich in seinen frühen Jahren als Künstler Straßen und Plätze in Rostock, die nur selten Motive für Maler werden, so etwa die Kröpeliner-Tor-Vorstadt. Die Ergebnisse dieser Arbeiten sind seit Freitag im Kulturhistorischen Museum Rostock im Kloster zum Heiligen Kreuz ausgestellt.

Stuth betonte, wie wichtig Vielfalt für ein kulturhistorisches Museum ist. Ausstellungen müssen Spaß machen, auf den Besucher zugehen, aber auch Diskussionen ermöglichen und die Stadt reflektieren. „Wir öffnen die Vielfalt in unserem Hause“, lautete die logische Schlussfolgerung.
Für die Ausstellung stellt das Museum einen Raum zur Verfügung, in dem gewöhnlich historische Stadtansichten hängen. Zollers Werke dagegen ermöglichen einen Blick auf das Rostock der 70er und 80er Jahre.

Für die Vorgängerin von Steffen Stuth ist es die letzte Ausstellung im kulturhistorischen Museum, die sie als Museumsleiterin konzipierte. In Zukunft wird sie dem Museum aber sicherlich immer noch gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Der studierte Mediziner war dazu häufig mit der Staffelei in der Stadt unterwegs, um Motive zu suchen und zu malen, manchmal sogar noch den Kittel des Medizinstudenten tragend. „Das zeigt, wie naiv ich war“, erinnert er sich an die Zeit zurück.
Dass sich daraus manchmal interessante Begegnungen ergaben, kann man sich leicht vorstellen. So lud ihn einmal ein Passant zu sich nach Hause ein. Dort stieß er auf eine Sammlung von Stadtansichten und Stillleben und hörte erstmals den Namen des Künstlers Rudolf Bartels. Ein prägender Moment für Manfred Zoller.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 10. Februar des nächsten Jahres. Wer es also Kultursenatorin Melzer gleich tun möchte und sehen möchte, welche Straßen er wohl in Melzers Werken wiederentdeckt, dem sei ein Besuch im Kulturhistorischen Museum empfohlen.