Wie schon angekündigt, ließ uns das Wetter heute nicht so sehr im Stich wie am Flutregen-Donnerstag. Auf strahlend blauen Himmel wartete man zwar vergebens, aber nach der Unwetterkatastrophe vor zwei Tagen gibt man sich auch schon mal mit dichten aber trockenen Wolken zufrieden.

Wegen des 40. Geburtstags des Traditionsschiffs und des 20. der Hanse Sail hatte man diesen Ort ausgewählt, um vor der Kulisse der reichlich beschifften Warnow die Modellbau-Ausstellung aufzubauen.
Schon bei unserer Ankunft steuerten einige ältere Herren ihre Modellboote im Schatten des Traditionsschiffs über die steilen Wellenkämme. Eines dieser Modelle, der Fischkutter „Penelope“, konnte sogar einen schmalen Wasserstrahl ausspeien und die Umgebung mit Musik vom Band beschallen.


Am Ufer waren zahlreiche weitere Modelle ausgestellt, deren stolze Erbauer und Besitzer sich über jedes Interesse der Besucher freuten und nur zu gerne ihre Geschichten erzählten.
So auch Modellbauer Michael Hagen, der schon einige Schiffe für den Raum in und um Rostock gebaut hat und während der Hanse Sail sein Modell der DDR-Fähre „Willi Schröder“ ausstellt.

Ein kleiner Junge stand daneben und fragte neugierig, ob die Autos denn nun von der Fähre herunter fahren würden. „Die sind fest“, antwortete darauf Michael Hagen. „Es ist ja auch keiner da, der die Handbremse ziehen kann.“
Von 1955 bis zur Wende war die Original „Willi Schröder“ zwischen Rostock/Kabutzenhof und Gehlsdorf im Fährdienst, heute liegt sie als Restaurant unter dem geänderten Namen „Ostekieker“ in Oberndorf.

Insgesamt beteiligen sich rund 60 Schiffe und 18 Flugzeuge an der Ausstellung. Vom kleinen Rettungsboot über Fischkutter und Kogge bis hin zum modernen Kriegsschiff ist alles dabei und vor allem alles fahrtüchtig. Ein Besuch lohnt da allemal und lässt sich vielleicht ja auch gleich mit dem Barfußpfad verbinden ;-)