
Den Kindern vom Rostocker Rudi Rotbein Club, der Kindergruppe vom Naturschutzbund (NABU) Mittleres Mecklenburg, reichten diese Beobachtungen jedoch nicht. In der 14. Europäischen Fledermausnacht (European Bat Night) wollten sie sich am Samstag die geheimnisvollen Fledermäuse genauer betrachten. Mit der Unterstützung der Experten der Fachgruppe Fledermausschutz gelang es ihnen, die ansonsten so verborgen lebenden Tiere hautnah in Augenschein zu nehmen.


Menschen können diese Fledermausrufe für gewöhnlich nicht wahrnehmen, da sie viel zu hoch sind. Aber zum Glück hatten die Fledermausfachleute Detektoren dabei, die die Ultraschallwellen in niedrigere, hörbare Frequenzen umwandeln. Weil sich die Fledermausarten in ihren Rufen unterscheiden, konnten die Exkursionsteilnehmer, als sie am Ufer der Warnow standen, mit diesen Geräten Abendsegler, Zwerg-, Mücken- und Breitflügelfledermäuse genau bestimmen.

Sechs Fledermäuse hatten sich inzwischen darin verfangen. Jetzt wurden sie behutsam vermessen und bestimmt. „Alles Zwergfledermäuse“, lautete das abschließende Ergebnis der Untersuchung, bei der Fledermausexperte Henrik Pommeranz den neugierigen Kindern anschaulich die Besonderheiten des Körperbaus einer Fledermaus erläuterte.
Nachdem die kleinen nachtaktiven Kerlchen die Prozedur alle heil überstanden hatten, hieß es wieder: ab in die Freiheit. Die neunjährige Franziska, die schon lange leidenschaftlicher Fledermausfan ist, war überaus begeistert, als sie ein kleines Tier auf der Hand halten durfte, um es wieder fliegen zu lassen. „Die ist so weich und klein“, staunte sie, als die Zwergfledermaus ihre Hand schon verlassen hatte.
Als alle Fledermäuse schließlich in die Nacht entschwunden waren und sich vom Horizont ein grummelndes Gewitter zu nähern schien, hieß es auch für die Kinder vom Rostocker Rudi Rotbein Club die Fledermausnacht zu beenden und den Abflug ins Bett anzutreten.