
Um die Chancen und Probleme der Branche auszuloten, trafen sich am 2. und 3. Juni etwa 600 Vertreter der Bereiche Gesundheit, Politik und Wirtschaft aus dem In- und Ausland zur „6. Nationalen Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft“ im Kongresszentrum Höhe Düne in Rostock.
Unter dem Motto „Krisenfest durch Qualität und zukunftssicher durch Innovation“ diskutierten die Experten aktuelle Fragestellungen und potenzielle Lösungen. Neben ausgewählten Fachthemen wie Versorgungskonzepten bei Volkskrankheiten, Gesundheitstourismus, medizinische Innovationen und Wissensentwicklung im Zeitalter von Web 2.0 ging es auch um die Bedeutung der Gesundheitsbranche allgemein.

Mit 12% am Bruttoinlandsprodukt hat die Gesundheitswirtschaft im Vergleich zu anderen Bundesländern in Mecklenburg-Vorpommern eine überdurchschnittlich hohe Bedeutung. Hier beträgt das Umsatzvolumen 4,2 Milliarden Euro und bietet Arbeitsplätze für 86.000 Beschäftigte. „Die Gesundheitswirtschaft ist eine Stärke unseres Landes“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel.


Sie bemängelte vor allem Strukturschwächen. Hier fehle es an Abstimmung. „Das ist eine Frage der Organisation und nicht des Know-hows“, wies sie auf Verbesserungspotenziale hin.
Bei der Frage, wie individuell auf die Patienten eingegangen werden kann, plädierte sie für Prioritätensetzung. „Priorisierung heißt nicht Leistungsbegrenzung, sondern beinhaltet die Frage, welche Behandlung für den Patienten die wirkungsvollste ist.“
Einem Präventationsgesetz gegenüber zeigte sich Fischer aufgeschlossen, es käme aber auf die Umsetzung und die Verteilung der vorhandenen Mittel an, betonte sie.

Vertreten wurde er vom parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie Hans-Joachim Otto. Dieser unterstrich noch einmal, dass sich die Gesellschaft auf veränderte Altersstrukturen einstellen müsse, was künftig einen Mehrbedarf in den Bereichen Pflege und Betreuung mit sich brächte. „Die Steigerung von Lebensqualität im Alltag wollen wir uns auch zukünftig leisten können“, betonte Otto.
Die Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft ist 2004 ins Leben gerufen worden. Seither erfreut sie sich deutschlandweit beachtlicher Resonanz.
Dass die Teilnehmer auch hinter dem stehen, was sie sagen und beispielsweise selbst aktiv werden, wenn sie zur Gesundheitsvorsorge mehr Bewegung anmahnen, konnten sie in einer Bewegungspause unter Beweis stellen, die von der Olympiasiegerin Heike Drechsler angeleitet wurde.
Im nächsten Jahr soll sich die Branchenkonferenz Gesundheitswirtschaft international aufstellen und auf den Ostseeraum erweitert werden.