
Unter dem Schleier versteckte sich nicht Grebe, sondern einer seiner Mitmusiker. Der Protagonist betrat kurz darauf die Bühne, wie für ihn üblich, mit einem Indianerkranz auf dem Kopf. Überhaupt waren die Kostüme sehr gut gelungen. DJ Smoking Joe trug einen Anzug, der an Captain Jack erinnerte, Buddy Casino an der Orgel hatte einen aufgesetzten roten Irokesen, Serge Radke am Bass sah aus wie ein indischer Schlangenbeschwörer und Martin Brauer am Schlagzeug hatte mehrere unterschiedliche Kopfbedeckungen, unter anderem einen Karton und einen Fisch.

Und das wusste Grebe, der sich überraschend gut in der Region auskannte und selbst auch schon mal im Moya gespielt hat, natürlich besonders herausragend anzumerken. Weiterhin waren auf der Bühne noch Marcus Baumgart an der Gitarre und ein Streichquartett.

Der Künstler zeichnet sich durch eine sehr genaue Beobachtungsgabe aus. Das zeigte sich vor allem in dem Lied „20. Jahrhundert“. Darin werden viele Sachen aufgezählt, die für uns heute noch ganz selbstverständlich sind, beziehungsweise vor einigen Jahren waren, mit denen aber Jugendliche in zehn Jahren nichts mehr anfangen können. Auch ein Lied über das Angeln und den damit verbunden Folgen fand sich im Programm wieder.
Wie ein Wirbelwind fegte Grebe während des dreistündigen Programms über die Bühne. Mal in einem alten Bürodrehstuhl, der auch als Klavierstuhl verwendet wurde und natürlich auch zu Fuß, unterstützt von kleinen Tanzeinlagen. Für eine große Tanzeinlage bedurfte es dann der Hilfe aus dem Publikum. Bei „Handtaschentanz im Haus der Kulturen der Welt“ sollten Damen (es kamen auch einige Herren) auf die Bühne kommen und dann mit Handtaschen tanzen. Das sah sehr merkwürdig, aber auch sehr lustig aus.


Wer das Konzert verpasst hat, muss nicht zu enttäuscht sein. Einerseits gibt es das Programm auch als CD zu kaufen, andererseits verriet Grebe während des Konzerts schon seine weiteren Planungen bis ins Jahr 2023. Und dabei war auch ein weiterer Besuch in Rostock. Wir sind gespannt, ob der Plan so aufgeht.