
Da zeigt sich, wer sich dank Brigitte-Diät schon eine top Bikini-Figur erkämpft hat und wer noch dran arbeiten muss, wer es mit der Körperenthaarung nicht so genau nimmt und wer schnell ins Schwitzen kommt.
Schon am Anfang der Woche stand fest, dass es an diesem Samstag in unseren Breitengraden um die 35°C heiß werden sollte. Außer die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, bleibt einem da nur übrig, Wasservorräte und gleich noch einen Ventilator zu kaufen oder vor der Hitze an den Strand zu fliehen.
Nicht zuletzt auch wegen der Warnemünder Woche schien sich die große Masse für die zweite Lösung entschieden zu haben. Entsprechend voll war der Strandabschnitt auf Höhe des Warnemünder Leuchtturms, als ich nach dem „Niegen Ümgang“ auch mal vermeintlich kühle Meeresluft schnuppern wollte.
Schnell waren da die Füße aus den Schuhen befreit, mindestens genauso schnell schienen sie daraufhin vom glühend heißen Strandsand versengt zu werden. Mit Känguru-Sprüngen und im Zickzack um die Strandmuscheln hüpfend war bald das rettende Ufer der Sandwüste erreicht. Das Zischen und Rauchen meiner geschundenen Füße im Wasser konnte ich da schon fast spüren.


„Ich hätt' jetzt Bock auf so 'ne Wassermelone“, schwärmte dagegen auf dem Rückweg zum Leuchtturm ein Jugendlicher vor seinem Freundeskreis. „Nee, ich hätt' Bock auf ne kalte Sprite“, erwiderte darauf seine Freundin. Genau das konnte ich jetzt auch gebrauchen, die ehemals kalte Fruchtschorle hatte sich in meiner Tasche nämlich in einen exotischen Früchtetee verwandelt.
Zurück an der Leuchtturmbühne wurde gerade das Eröffnungsprogramm für die Warnemünder Woche anmoderiert. Peinliches Highlight dort war der Auftritt der Warnemünder Oldie-Rocker „Spill“, die wir ja schon von früheren Live-Auftritten kennen.

Besonders absurd wurde es jedoch, als das Lied mittendrin abrupt abbrach. Die Bandmitglieder sahen sich kurz verdutzt an, suchten dann aber schnell das Weite, während hastig weiter moderiert wurde und man versuchte, die Peinlichkeit zu vertuschen. Selbst ein schlechter Live-Auftritt wäre in jedem Fall besser gewesen als Playback, auch ohne diesen grotesken Zwischenfall.

Mit vom Strandsand geschundenen Füßen und verbrannten Schultern freut man sich doch letztlich auf nichts sehnlicher als auf eine kalte Dusche und einen schattigen Liegeplatz.