Wann kommt mein Bus? Fährt meine Straßenbahn pünktlich oder gibt es Verspätungen? Antworten auf diese Frage liefert der neue digitale Abfahrtsmonitor der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) ab sofort ganz bequem aufs Handy.
Dynamische Fahrgastinformationen (DFI), die chronologisch die nächsten Abfahrten in Echtzeit anzeigen, gibt es bereits seit fast 15 Jahren an einigen Haltestellen, etwa in der Langen Straße, auf dem Neuen Markt oder an wichtigen Umsteigepunkten. Es sei jedoch weder sinnvoll noch bezahlbar, dieses System an jeder der über 400 Haltestellen zu installieren. „Was wir mit der heutigen Technik natürlich machen können, ist, dass wir diese Information jedem ganz einfach aufs Handy geben“, erklärt RSAG-Vorstand Jan Bleis.
Dafür muss nicht mal eine App heruntergeladen werden. An jeder Haltestelle gibt es einen QR-Code, der nach dem Scannen direkt zu einer Webseite mit den Abfahrten an dieser Haltestelle führt. Auch Störungsmeldungen oder Umleitungen werden in Echtzeit angezeigt. Bei Bedarf kann eine Verknüpfung auf dem Startbildschirm abgelegt werden.

Ein Jahr hat die Entwicklung gedauert. Obwohl alle Informationen bereits auf dem Leitrechner der RSAG verfügbar waren, sei das Projekt „schon anspruchsvoll“ gewesen, erläutert Dirk Lampe, Geschäftsführer der JAC Systeme GmbH, die den Abfahrtsmonitor programmiert hat. Einerseits hätten sehr viele technische Komponenten mit reingespielt, andererseits sollte das System natürlich auch sicher und hochverfügbar werden, so Lampe. Die Leitzentrale und das Betriebsmanagement für Straßenbahn und Busse wurden bereits vor 30 Jahren digitalisiert.
Rund 45.000 Euro hat die RSAG in das System investiert. „In der Größenordnung machen wir sowas auch schon mal alleine ohne Fördermittel, weil wir davon überzeugt sind, dass der Nutzen viel, viel größer ist als das, was es kostet.“ Bleis hofft, dass „Bus- und Bahnfahren so noch attraktiver wird“ und die Fahrzeuge der RSAG nach der Corona-Pandemie „wieder so voll werden, wie wir das bis zum letzten Jahr kannten“. Klimaschutz und weniger Straßenverkehr gehe am besten mit Bus und Bahn, betont der RSAG-Vorstand.