
So schön anzusehen wie Schaum sind die Werke der fünf Künstler Alexandra Lotz, Tim Kellner, Wanja Tolko, Marc W1353L und Janet Zeugner auf jeden Fall. Sie aber als aussagelose Luftblasen abzutun, wäre ein Fehler.
Schon der Anfang der Ausstellungseröffnung war so ungewöhnlich, wie die Ausstellung selbst. Es gab keine lange Rede, dafür aber viel Sinn. Die Fünf standen um einen Tisch herum, der unter dem Titel „Recycling“ ebenfalls Teil der Ausstellung ist und bereits mit einer Metallplatte und Hämmern bestückt war.

Natürlich ging es bei der ganzen Sache nicht bloß um das Geradebiegen von Nägeln. Wanja Tolko erzählte im Anschluss, warum sie sich für eine solche Einleitung entschieden hatten: „Dadurch, dass die ganze Ausstellung so bedeutungsschwanger daherkommt, lag es für uns auf der Hand, den Anfang auch so zu gestalten.“

Das Thema Religion ist auch in einigen der anderen Werke zu finden. Das große Überthema allerdings sind die Werte in unserer Gesellschaft im Ganzen. Sei es nun eben unser Verhältnis zur Religion, zur Kunst oder zu ganz persönlichen Werten jedes Einzelnen. Inwieweit verschieben sich all diese Dinge und was steckt vielleicht dahinter. Genau das zu hinterfragen, haben sich die Fünf mit ihren Werken zur Aufgabe gemacht. Daher trägt die Ausstellung auch den Titel „Showing Balls“. Es ginge vor allem darum Dinge anzusprechen, die vielleicht nicht immer offenkundig ausgesprochen werden, so Lotz.
Die Ausstellung reicht dabei von Installationen über Drucke und Fotografien bis hin zu Zeichnungen. Dabei sei es zunächst gar nicht so wichtig gewesen, welche Materialien verwendet wurden. Alle fünf Künstler hatten teilweise mit Dingen gearbeitet, die für sie normalerweise eher untypisch sind. „Die Aussage sucht sich die Materialien“, erklärte Alexandra Lotz.
So finden sich gleich gegenüber vom Eingang fünf Drucke von Werken der Künstler, die in Plastikrahmen präsentiert werden. Es mussten ganz klar Drucke sein, weil man diese so einfach und häufig vervielfältigen kann. In Verbindung mit den Plastikrahmen verdeutlicht das den Wandel von Kunst zu einem bloßen Konsumgut in unserer heutigen Gesellschaft. „Es hat keinen Wert mehr das Original zu haben“, verdeutlicht Janet Zeugner.

„Die Ausstellung zeigt, dass man auch aus einfachen Dingen etwas machen kann“, meinte Birgit Scholz. „Das ist mal was ganz anderes.“ Ihr gefiel ganz besonders die Installation „Das ist kein Kreuz“ von Wanja Tolko. „Das sieht so aus wie Mann und Frau“, stellte sie fest. „Da ist so eine Verbundenheit zwischen den beiden Teilen, als würden sie ineinander gehören.“

Wer sich zum Nachdenken anregen lassen möchte, kann das noch bis zum 21. Mai in der Galerie am Alten Markt tun. Diese ist immer dienstags bis freitags von 11:00 bis 18:30 Uhr und samstags von 9:30 bis 15:30 Uhr geöffnet.