In Betrieb ist der neue Sportboothafen auf der Mittelmole Warnemünde bereits seit April, heute wurde er offiziell eingeweiht. Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) und Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) übergaben Torsten Haverland, Geschäftsführer des Landessportbundes Mecklenburg-Vorpommern, den symbolischen Schlüssel. Der Landesportbund ist Betreiber des gesamten Hafenareals und Eigentümer der angrenzenden, im Bau befindlichen, Landessportschule.
An der Nordspitze der Warnemünder Mittelmole entstanden insgesamt 246 Wasserliegeplätze für Gäste und Dauerlieger, zwei moderne Slipanlagen, zahlreiche Landliegeplätze für Jollen, Skiffs und Katamarane sowie ein Hafenmeisterhaus mit Sanitäranlagen und Räumen für Regatta- und Trainingsorganisation.
Sanitär- und Hafenmeisterhaus

In der ersten Etage hat der Hafenmeister sein Büro. Mit traumhaften Blick auf Seekanal, Mittelmole und Alten Strom ist es wohl einer der schönsten Arbeitsplätze in Rostock. Hafenmeister Wolfram Kummer hat von hier aus alles im Blick.
Zusammen mit seinen beiden Kollegen kassiert er Liegegebühren und sorgt Sicherheit und Ordnung. Hochsaison ist im Sommer, zu tun gibt es aber immer etwas. In den kälteren Monaten sind viele Wartungsarbeiten zu erledigen. „Im Winter haben wir hier Gäste, die gern auf die Plattform machen“, verweist er mit einem Zwinkern auf die Möwen. „Dann ist hier alles weiß.“

An den Liegeplätzen geht es deutlich ruhiger zu als früher. Durch den Neubau der Nordmole, die den Hafen jetzt einfasst, gibt es weniger Wellengang. Bei West- oder Nordwestwind reflektierte das Wasser vorher an der Ostmole und die Welle schwappte direkt in den Sportboothafen hinein, erklärt Kummer. „Im Alten Strom sieht man, wie die Schiffe schaukeln“, zeigt der Hafenmeister aus seinem Fenster. „Hier hingegen ist es total ruhig.“

Nicht nur Wassersportler, die Landessportspule mit dem Bundesstützpunkt Segeln und maritime Großereignisse, wie die Warnemünder Woche oder die Hanse Sail, sollen vom neuen Sportboothafen profitieren.
Nachdem Rostock 2000 und 2012 nicht zum olympischen Segelrevier wurde, ist der Traum von Olympia in der die Hansestadt noch nicht ganz ausgeträumt.
„Vielleicht bekommen wir ja noch mal die Chance in den nächsten Jahren für einen neuen Anlauf“, hofft Wirtschaftsminister Meyer. „Wir haben jetzt schon die Infrastruktur geschaffen.“
15,5 Millionen Euro investiert

1.492 Tonnen Stahl und 11.500 Tonnen Wasserbausteine wurden verbaut, 3.860 Quadratmeter Holz, GFK und Pflaster verlegt, 14 Schwimmstege errichtet.
Die Umsetzung erfolgte in fünf Bauabschnitten. Nach dem Rückbau der alten Plattform wurden die Stege im Alten Strom neu gebaut. Anschließend wurde der Hafen im nördlichen Bereich ausgebaggert und mit Spundwänden sowie einer neuen Nordmole abgesichert. Es folgten die Errichtung der Plattform für das Hafenmeisterhaus, Schwimmstege und Slipanlage. Nach Medienerschließung und Befestigung des Hafenvorplatzes wurde das Hafenmeisterhaus gebaut.
Komplizierte Baugrundverhältnisse sowie der Fund eines Wracks und von Resten alter Hafenanlagen sorgten für große Herausforderungen. Für den Bau verantwortlich war das Hafen- und Seemannsamt der Hanse- und Universitätsstadt Rostock.