
„Willkommen in der Bahn des Grauens“, tönt eine höllische Stimme, entsetzte Schreie und der Klang einer Jahrmarktsorgel aus dem Off stimmen das Publikum schon vor Vorstellungsbeginn auf ein amüsantes Gruselabenteuer ein.

Dafür sorgt vor allem aber das Schauspielensemble, dem ich mal eine besondere Freude am Spiel zu unterstellen wage. Allen voran natürlich das flüchtige Geistertrio dargestellt von Peer Roggendorf als Riese Otto, Sandra-Uma Schmitz als Hexe Emma und Ulrich K. Müller als größenwahnsinniger Zwerg Rumpelstilzchen. Schon bald ist klar, dass die bösen Märchenfiguren in Opa Carlos (Dirk Donat) schauriger Polterhöhle keine normalen Rummelplatzpuppen sind. Seine Enkelin Keks, gespielt vom neuen Schauspielensemblemitglied Nadine Rosemann, erweckt sie ungewollt zum Leben.
„Freiheit!“ – die Drei atmen auf. Doch zwei Welten prallen nun für sie aufeinander. Besen oder Staubsauger, Silberlinge oder Euro – vieles hat sich verändert, seit der Zeit, als das Wünschen noch geholfen hat, und unserer heutigen modernen Welt mit Handys, Kaufhäusern und Kutschen ohne Pferde. Mit ein paar Zaubertricks gelingt ihnen die Flucht. Riese, Hexe und Rumpelstilzchen machen sich auf den Weg zur Burg Falkenstein, wo sie von ihren Verfolgern Keks, Opa Carlos und Polizeihauptmeister Märzenbecher (Stephan Fiedler) aufgespürt werden.

Nicht nur den Hauptdarstellern, auch den Nebendarstellern verdankt „Spuk unterm Riesenrad“ schöne Theatermomente. So gibt es Szenenapplaus nach dem lustigen Wurstlied gesungen von Sandro Šutalo, der wie auch Monika Boysen gleich in mehrere Rollen schlüpft.
Mit Extraapplaus belohnt wird ebenfalls eine von Romy Hochbaum choreografierte verträumte Tanzszene der drei Geister. Musik in Form von alt anmutenden Melodien und einfachen Kinderliedern sowie schaurigen Violinenglissandi unterstreichen die märchenhafte und gruselige Stimmung von „Spuk unterm Riesenrad“.

„Jeder leere Platz ist ein verschenkter Platz“, raunte ein begeisterter Theaterbesucher hinter mir nach der Vorstellung. Wenn ihr die Plätze füllen wollt, habt ihr noch bis zum 12. August Gelegenheit „Spuk unterm Riesenrad“ im Theater im Stadthafen zu sehen.
Fotos 1 - 4: Dorit Gätjen, VTR