„Hereinspaziert! Hereinspaziert!“, hieß es am Sonntag im Rostocker Volkstheater. Zu Beginn der neuen Spielzeit öffnete das Große Haus seine Türen und gewährte Einblicke hinter seine Kulissen. Die Künstler aller Ensembles stellten ihre Arbeit vor und gaben Kostproben aus Stücken des neuen Spielplans.

Gewürzt wurde dieser Hörgenuss durch die vielen kleinen Maler und Bühnenbildner, die sich um eine große Basteltafel versammelt hatten und ihrer Fantasie freien Lauf ließen.

Sie erzählte mir, dass sich der Chor derzeit auf fünf Stücke vorbereitet: My Fair Lady, Rigoletto, Cabaret, die Hochzeit des Figaro und La Traviata. Dafür würde er täglich zweieinhalb Stunden morgens und abends üben. Auch wenn die Proben manchmal anstrengend seien, „das Ergebnis macht Spaß“, schwärmt die 32-jährige Sängerin. „Auf der Bühne zu arbeiten ist für mich, was ganz Besonderes. Ich fühle mich wohl, wie Zuhause, obwohl mein eigentliches Zuhause so weit weg ist.“
Any Dos Santos Lima kommt ursprünglich aus Brasilien. Vor fünf Jahren ist sie zum Studieren nach Rostock gekommen. „Trotz aller Kulturunterschiede ist die Bühne wie ein universales Haus und die Künstlerwelt wie eine Familie“, glaubt die zweifache Mutter und ergänzt: „Die Bühne gibt mir Energie und Kraft fürs Leben. Die Energie vom Publikum ist für mich wie ein magischer Bereich.“

Besonders wer ein Balletttänzer werden möchte, muss früh anfangen. So wie die elfjährigen Tänzerinnen von der Ballettschule Marquardt, die sich bereits seit sieben Jahren im klassischen Ballett ausbilden lassen. Am Tag der offenen Tür nutzten sie die Gelegenheit sich von Natalie Brockmann vom Tanztheater Bronislav Roznos in die Geheimnisse des modernen Tanzes einweihen zu lassen und studierten in einem Workshop im Ballettsaal sogar schon eine kleine Choreografie ein.

Zahlreiche interessierte Theaterbesucher waren der Einladung zum Tag der offenen Tür des Volkstheaters gefolgt. Jung und Alt drängten sich dicht in den Fluren und Räumlichkeiten des Großen Hauses. Bleibt nur zu wünschen, dass auch der neue Spielplan so großen Anklang findet und viele Besucher ins Theater kommen.