Wie stellt ihr euch euren Traummann oder eure Traumfrau vor? Hochglanzmagazine wie die Vogue, Vanity Fair oder auch der Rolling Stone sind sich ja relativ einig und vermitteln uns ein Bild von geschminkten und schmalen Frauen oder muskulösen Männern. Dass das aber nicht alles sein kann, zeigt die aktuelle Ausstellung der Kunsthalle „Traumfrauen und Traummänner“ von Nadine Barth und Ingo Taubhorn.
50 internationale Fotografen geben Einblick, wie sie sich ihre Traummänner und Traumfrauen vorstellen. Kommen Besucher die Treppe hoch und schauen um die Ecke, werden sie gleich zu Beginn feststellen: Hier gibt es nicht nur die wunderschönen Models zu sehen. Die Arbeiten von Modefotografin Pamela Hanson machen deutlich: Jeder hat eine andere Vorstellung, was sein Traum ist. Es geht nicht darum, Frauen zu verschönern, zu verändern oder zu entstellen. Es geht darum, das Wirkliche zu erkennen. „Ganz dem griechischen Schönheitsideal entsprechend, wonach die Schönheit sowohl in der äußeren Form, als auch in der seelischen Güte liegt und beides erst zusammenwirken muss“, erläutert Gudrun Kracht von der Kunsthalle.

Auf der anderen Seite der Ausstellung ist auch Jolis Mann Brad Pitt zu finden. Vor allem Schauspieler verkörpern in „Traummänner“ das Ideal des schönen Mannes. Die Abbildungen von Ewan McGregor und Jonathan Rys-Meyers bringen die Bedeutung von Komponenten wie Erotik und Verführung auf den Punkt. Und mittendrin zwischen den Haudegen Daniel Craig und Vincent Cassel Bundeskanzlerin: Angela Merkel.

Oft offenbart sich eine Diskrepanz ihrer persönlichen Idealvorstellungen mit dem, was sie im Auftrag der Mode- und Lifestyleindustrie produzieren. Ganz natürlich und ungeschminkt stellen sie die Menschen dar. Paola Kudacki zeigt lachende Gesichter, die in der Modefotografie, in der eine distanzierte Erscheinung bevorzugt wird, eher verpönt sind.

In den überdrehten Bildern von Miles Aldridge geht es nicht ums Kochen, sondern um Mode.
Der deutsche Fotograf Martin Schoeller holt in seinen Porträtfotografien die Stars aus Sport, Politik und Popkultur so nah heran, das alles, was hinter den Ohren ist, verschwindet und der Blick direkt auf jede Falte fällt. Keine Verschönerung, keine Weichzeichnung: Das wirkt ziemlich drastisch.

Die Ausstellung wurde bis zum 8. September verlängert.
Öffnungszeiten der Kunsthalle (Hamburgerstraße 40): Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr Montag geschlossen