

Denn Graffitis sind nicht etwa alle Bilder, die mit Sprühdosen entstehen. Vielmehr fast der Begriff unterschiedlich Formen der Oberflächengestaltung zusammen. Zentrales Merkmal ist dabei, dass der Urheber meist anonym bleibt, oder aber nur sein Künstlername, sein Tag, bekannt ist. Auch wird vorher nicht die Erlaubnis des Flächenbesitzers eingeholt, weswegen die Grafiken oft illegal sind.

Angefangen hat er als Einzelunternehmen, inzwischen kann er auf eine Datenbank von 44 Künstlern zurückgreifen. Seit 1999 hat Hölzer über 4000 Wände gestaltet, einige davon sogar in Spanien und Portugal.
Das Umspannwerk in Warnemünde ist der Abschluss einer langen Zusammenarbeit zwischen Artunique und den Stadtwerken. Eine Woche hat die Arbeit mit drei Künstlern und einem Praktikanten gedauert. Ungefähr 240 Objekte des Unternehmens in allen Stadtteilen haben so in den letzen Jahren einen neuen Anstrich verpasst bekommen.
Dabei werden auch Ideen der Bevölkerung aufgenommen. „Wir wollen Akzente im Stadtleben setzen“, sagte Geschäftsführer Volker Rattey. Durch die Kunstwerke soll nicht nur die Lebensqualität der jeweiligen Viertel gesteigert werden. „Weiße Wände laden zu „wilden“ Graffitis ein. Bei den Bildern von Artunique ist das anders. Über 90 Prozent aller Objekte werden akzeptiert und nicht wieder neu beschmiert“, so Rattey.

„Am Anfang kommt es schon mal vor, dass die Leute die Polizei rufen“, berichtet Christian Hölzer. Dies sei aber die Ausnahme. Viel häufiger käme es vor, dass Leute schon während der Arbeit Lob aussprechen. „Viele Auto- und Fahrradfahrer haben im Vorbeifahren gehupt oder geklingelt und uns den Daumen nach oben gezeigt.“ Bei dem aktuellen Projekt, der Kunstmühle in Schwaan, brachten die Anwohner den Gestaltern sogar Eis vorbei.
Wer sehen möchte, wie Artunique arbeitet, kann sich also zurzeit in Schwaan ein Bild von den Künstlern machen. Wer die Ergebnisse sehen will, muss nur mit offenen Augen durch Rostock gehen oder einen Blick auf die Homepage des Unternehmens werfen.