Etwas unsanft schlägt der Metallrumpf zweimal gegen die Kaimauer an der Silohalbinsel. Der Schlepper „Noorcat“ braucht mehrere Anläufe um die betagte weinrote Schiffsschale in ihre Parkposition zu bringen und wirbelt dabei mächtig schwarzen Schlamm auf. Die Warnow ist an dieser Stelle zu seicht für größere Schiffe. „Na dann sinkt sie wenigstens nicht so tief“, kommentiert ein Schaulustiger ganz pragmatisch bei der Betrachtung des desolaten Zustandes der Überreste der „Undine“. Nach gut einwöchiger Fahrt ist sie in Rostock angekommen.
Nur der Rumpf ist von dem denkmalgeschützten Schiff noch vorhanden. Fast wäre auch er verschrottet worden. Doch der Verein Maritimes Erbe Rostock rettete ihn und ließ ihn von der Dresdner Werft, wo er sich die letzten sieben Jahre befand, zurückholen.
Kleine Bäumchen und Moos sprießen mittlerweile auf dem Schiff. Der Rost hat Löcher in die Wand genagt. An einigen Stellen sind sie eher provisorisch geflickt. Vor knapp zwei Wochen wurde der Rumpf wieder ins Wasser gelassen. Auch nachdem die „Miss Ed“ ihn die Elbe hinuntergeschoben und die „Noorcat“ von Lübeck über die Ostsee und dann die Warnow hinauf gezogen hatte, hat er kein Wasser gezogen. „Ein gutes Zeichen“, wertet Steffen Wiechmann vom Verein Maritimes Erbe Rostock zufrieden.

An Land soll das maritime Erbe später kunstvoll in Szene gesetzt werden. In welcher Funktion, das sei bisher noch unklar und wird mit dem Kulturamt abgestimmt, so Wiechmann. Studenten der Fachhochschule Wismar sollen dazu Ideen entwickeln. Der ganz große Traum ist und bleibt der Wiederaufbau. Doch dazu muss noch viel Geld zusammenkommen.
Zunächst müssen jedoch die monatlichen Kosten von bis zu 500 Euro für Versicherung, Sicherungsmaßnahmen, Strom und Notfalllenzpumpe aufgebracht werden. Der Verein ruft daher erneut zu Spenden auf.
Am Nachmittag erreicht die Undine nach gut einwöchiger Fahrt Warnemünde. 
Die Undine vor der maritimen Kulisse im Rostocker Stadthafen. v.l.n.r: der Dreimastschoner Santa Barbara Anna, der Eisbrecher „Stephan Jantzen“, der Brückenkran und das Fährschiff „Trelleborg“ 
Für zunächst ein Jahr hat die Undine einen Wasserliegeplatz an der Silohalbinsel. 
Hier ist das Wasser relativ flach. 
Der Rumpf hat lange brach gelegen. Löcher in der Stahlwand und Pflanzen konnten sich breit machen.