
Im Zeitalter von Handy und Internet spielt korrekte Sprache nur noch eine untergeordnete Rolle, da SMS und Chats ihr übriges tun, um Rechtschreibregeln aus den Köpfen der Kinder und Jugendlichen zu verbannen.

Im Rahmen des Projektes „Literaturhäuser in Ost und West“ wurden dabei die Literaturszene der neuen Bundesländer und die Entwicklungsmöglichkeiten der Literaturhäuser erforscht. Die Ergebnisse dieser Forschung wurden nun in der 114-seitigen Studie präsentiert und in drei öffentlichen Veranstaltungen von den Verfassern vorgestellt.

Zur aktiven Teilnahme an der Auswertung der Studie waren vor allem Autoren und Mitarbeiter der Literaturzentren aus dem ganzen Bundesland angereist. Aber auch Manfred Keiper von der „anderen Buchhandlung“ und Dr. Enoch Lemcke vom Bildungsministerium waren sich nicht zu schade dafür, sich an der Diskussion zu beteiligen.
Laut der veröffentlichten Studie gäbe es zwar viel Potential und Engagement in den Literaturhäusern, dank der Unterfinanzierung sei die Ausstattung aber erschreckend und das Reservoir an Ideen und Möglichkeiten könne nicht voll ausgeschöpft werden.
Diese Unterfinanzierung käme vor allem dadurch zustande, dass unser Bundesland sehr reichhaltig an Kultur sei und das wenige vorhandene Geld an sehr viele Institutionen verteilt werden müsse. Dadurch können diese gerade so am Leben gehalten werden, neue bewegende Projekte könnten aber nicht entwickelt werden. Gerade die Bewegung wäre heutzutage aber wichtig, damit die Literatur medientechnisch bestehen bleiben könne.

Ihrer Ansicht nach würden „Prestige-Objekte“ und Großveranstaltungen für Touristen finanziell wesentlich großzügiger unterstützt als die kulturellen Veranstaltungen für Einheimische. Dr. Enoch Lemcke widerspricht dem allerdings heftig und versichert, dass für die Literaturhäuser schon das Möglichste getan werde.

Je besser Kinder lesen könnten, desto stärker könnten sie sich später an der Demokratie beteiligen und die eigene Zukunft aufbauen. Lesen wäre also ein Kampf gegen die Perspektivlosigkeit.
Leider ist Lesen wie auch Schreiben eine einsame Tätigkeit, die sich schlecht verkaufen lässt und gegenüber den anderen Künsten ziemlich unattraktiv aussieht. Um dem entgegen zu wirken, müsste eine Vernetzung der Literaturhäuser mit anderen Institutionen stattfinden und die Kooperationsmöglichkeiten so besser ausgeschöpft werden.