20. Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern 2010

42 Beiträge von Filmemachern aus MV treten am Wochenende beim Landesfilmfest in Rostock an

31. Oktober 2010, von
20. Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern 2010
20. Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern 2010

Bärbel Dudeck schwelgt in Erinnerungen, wenn sie zurückdenkt an die Anfänge vor 20 Jahren. „In den ersten drei, vier Jahren waren es die Amateurfilmer aus DDR-Zeiten, die das Landesfilmfest zum Leben erweckten.“ Aus Rostock, Güstrow, Greifswald und Grevesmühlen kamen die begeisterten Hobbyfilmer, erinnert sich die Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Filmautoren (BDFA) Mecklenburg-Vorpommern.

Ab 1994 entdeckte dann auch die „junge Garde um Filmemacher wie Matthias Spehr“ das Festival für sich. 20 Landesfilmfeste hat Bärbel Dudeck mit ihrem Team vom Hanse Filmstudio Rostock seit 1991 auf die Beine gestellt. „Viel Arbeit, alles ehrenamtlich in der Freizeit, stecke in der Vorbereitung, aber es lohnt sich“, bekräftigt die Organisatorin.

Nur das mehr als „knappe Budget, das gerade so für die Unkosten der Juroren“ reiche, macht ihr etwas Sorgen. Wünschen würde sich Dudeck auch wieder etwas mehr Nachwuchs für das Hanse Filmstudio, aber die Zeit sei sehr schnelllebig geworden und „die wenigen jüngeren Mitglieder sind beruflich meist ziemlich eingespannt.“

Bärbel Dudeck, Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Filmautoren (BDFA) Mecklenburg-Vorpommern
Bärbel Dudeck, Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Filmautoren (BDFA) Mecklenburg-Vorpommern

Auf die schönsten Erinnerungen der letzten zwei Jahrzehnte angesprochen, strahlt die engagierte Amateurfilmerin. 20 Jahre Landesfilmfest bedeuten für sie vor allem eins: Hunderte toller Beiträge. Und so gibt es auch erst mal eine kleine Feier mit den Weggefährten der letzten 20 Jahre.

Anschließend, so verrät Bärbel Dudeck, wird am kommenden Freitag ab 19:30 Uhr ein Potpourri von Wettbewerbsfilmen aus der 20-jährigen Geschichte gezeigt. Ein kleiner Geheimtipp, noch vor dem eigentlichen Start des Filmfests, erklärt sie schmunzelnd. Was gezeigt wird, möchte sie eigentlich noch nicht verraten, gibt dann aber doch ein paar Beiträge preis.

„Stumme Zeugen“ (1991) von Rolf Spieker zeigt Bilder aus der zerfallenen Rostocker Altstadt zur Wendezeit. Ein Film, der sicher viele Rostocker interessieren dürfte. „Ende oder Anfang“, einer von Dudecks eigenen Filmen, stamme ebenfalls aus der Wendezeit und zeige auch historische Aufnahmen der Grenzanlagen in Schlutup. Die junge Generation würde heute natürlich eher actionreiche Spielfilme drehen, aber „Dokumentarfilme überleben Jahrzehnte“.

Ganz anders sei „Der Test“ aus dem Jahre 1994. Ein Vater geht mit seiner 16-jährigen Tochter zum I.Q.-Test. Ergebnis? Zu klug! Folge? Ermordung durch das System. „Welche Bestattung wünschen Sie sich für Ihre Tochter?“ Schon ein etwas makaberer Film, so Dudeck, aber er „entspricht dem damaligen Zeitgeist.“

Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern, Preis für den Besten Film
Landesfilmfest Mecklenburg-Vorpommern, Preis für den Besten Film

Doch zurück zum aktuellen Festivalprogramm, das am Samstag, dem 6. November um 9 Uhr offiziell eröffnet wird. Insgesamt 42 Beiträge kämpfen in diesem Jahr um den Titel „Bester Film des Festivals“ und damit um die Medaille des BDFA.

Wichtiger dürfte für viele der Teilnehmer aber fast noch die mögliche Weiterleitung zu den Bundesfilmwettbewerben sein. Begann doch beim Landeswettbewerb schon für einige Filmemacher der Weg zu internationalen Wettkämpfen oder gar der Einstieg in die Profikarriere.

Preis für die beste Filmidee, gestiftet von ROK-TV
Preis für die beste Filmidee, gestiftet von ROK-TV

Zwei Sonderpreise stehen in diesem Jahr ebenfalls zur Vergabe an. Den „Kameramann“, gestiftet vom Offenen Kanal ROK-TV, gibt es für die beste Filmidee.

Den Filmemachern, die besonders viel Arbeit in die Vorbereitung investiert haben, winkt die „Silberne Hand“ – ein Wanderpreis, der von Nane und Kris gesponsort wurde.

Ob Trick- und Animationsfilm, Drama, Spielfilm, Musikvideo, Experimental- und Dokumentarfilm oder Reportage – es gibt wohl kein Genre, das auf dem Treffen der Filmemacher nicht vertreten ist.

Und auch das Altersspektrum der Akteure ist in diesem Jahr wieder breit gefächert, wohl auch eine Besonderheit des Landesfilmfestes. Mit dem Trickfilm „Elias und Wölkchen aus dem Ei“ gehen die jüngsten Teilnehmer an den Start, die 5- und 6-Jährigen der Vorschulgruppe des Evangelischen Kindergartens Rostock. Mit 78 Jahren der älteste Teilnehmer ist Wolfgang Brietzke aus Rostock, der mit einem Dokumentarfilm über seine gefiederten Wintergäste antritt.

Peter-Weiss-Haus
Peter-Weiss-Haus

Eine Neuerung beim diesjährigen Filmfest ist die Aufteilung der einzelnen Filmblöcke, erläutert Bärbel Dudeck: „Wir wollten die einzelnen Altersgruppen etwas mehr trennen, im Sinne der Teilnehmer und der Zuschauer.“ So gibt es am Samstag jeweils einen eigenen Block für die jüngsten, die jüngeren sowie die jungen Filmemacher. Und auch die „filmenden Senioren“ haben zwei eigene Blöcke bekommen – am Sonntagvormittag.

Neu ist in diesem Jahr auch der Veranstaltungsort. In Kooperation mit der Rostocker Kulturwoche findet das Landesfilmfest 2010 im Peter-Weiss-Haus statt. Ausreichend Platz für die hoffentlich zahlreich erscheinenden Zuschauer ist somit vorhanden.

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