
Leider zeigte sich an den leer gebliebenen Stuhlreihen, dass ein abendlicher Weihnachtsmarktbesuch attraktiver zu sein schien, als ein spannendes Kulturangebot – schade. Den Anwesenden wurde jedoch nicht nur ein reichhaltiges Büfett und die neue Ausgabe der Literaturzeitung geboten, sondern auch eine Lesung.
Für alle, die noch keine Ausgabe der „Risse“ gelesen haben, hier einige Infos. Neun Redakteure arbeiten ehrenamtlich an der Zeitung für Literatur in Mecklenburg und Vorpommern. Neben einem literaturkritischen Teil für populäre Literatur, der sich im aktuellen Heft zum Beispiel mit Mark Twain und Christa Wolf beschäftigt, steht natürlich die Förderung von regionalen Autoren im Vordergrund. Dafür wurden Texte von 13 Autoren ausgesucht, von denen drei an dem Abend auch im Peter-Weiss-Haus gelesen haben.



Dort sagte Martin Badenhoop „Nein, Poesie darf nie carloihde werden.“ Ihde konterte dies mit einer flammenden Rede („Poetik ist schon lange carloihde!“, „Es gibt keine Lyrikszene in Rostock“) und endete mit „Halten Sie mich aus, wenn nicht Sie, wer dann?“ Und wenn alle seine Texte so großartig sind, wie der im Heft, dann braucht Rostock vielleicht sogar mehr als nur einen Carlo Ihde.
Im Anschluss wurde unter den Anwesenden noch lange diskutiert und dabei ging es natürlich auch um die literarische Fehde zwischen Ihde und dem auch anwesenden Badenhoop. Aber soweit ich weiß, wurden die Schreiber nicht handgreiflich und bekanntlich ist die Feder ja auch mächtiger als das Schwert.
Wer Interesse am Jubiläumsheft der Risse hat, kann sich über die Homepage informieren und es dort natürlich auch bestellen.