
Dass es aber dennoch wahre Liebhaber dieser Tiere gibt und dass es sie in allen erdenklichen Variationen gibt, die man als Laie zusammenhanglos kaum noch als Taube erkennen würde, hat mir der Besuch der Ostsee-Rassetaubenschau gezeigt. Logistisch etwas abgelegen, aber direkt am zugefrorenen Warnowufer in Gehlsdorf, wurde die Ausstellung in den Räumen der Pension und Gaststätte „Zum Alten Fährhaus“ aufgebaut.

Der Eingangsbereich des alten Fährhauses dient der Verkaufsfläche von sowohl Taubenfutter und Zubehör als auch den Tieren selbst, welche nicht nur Ausstellung zugelassen worden waren. Wer sich nach Besuch der etwa 770 ausgestellten Tiere also entschließen sollte, das Hobby des Taubenzüchtens ebenfalls zu beginnen, ist hier gleich gut beraten.

Am frühen Samstagvormittag hat sich sogar Oberbürgermeister Methling auf der Taubenschau gezeigt, der auch als Schirmherr für die Veranstaltung auftrat. Sein besonderer Dank galt vor allem dem Rostocker Rassetaubenzüchterverein 1956 e.V., dem es durch jahrzehntelange Arbeit gelang, den in den 30er Jahre ausgestorbenen Rostocker Tümmler (eine Taubenrasse) neu herauszuzüchten. Methling hatte die Pokale für die Ausstellung und auch einen Sonderpokal für Rostocker Tümmler bereitgestellt.

Bei den Farben der Rassetauben gibt es spezielle Bezeichungen, so steht rot für rotbraun, gelb für hellbraun, blau für grau und schwarz bleibt schwarz. Einige Tauben werden nach streng vorgeschriebenen Richtlinien in der Farbgebung gezüchtet, so muss bei einer Taubenrasse der Schnabel zweifarbig (oben hell und unten dunkel) sein und die schwarzen Feder das Auge unbedingt tangieren.
Bei solchen Bedingungen ist es nicht so sehr verwunderlich, dass von 100 Tauben nur etwa 10 für die Schau geeignet sind. Was mit dem Rest passiert, kann sich wohl jeder denken.
Die Ostsee-Rassetaubenschau hat bereits eine langjährige Tradition hinter sich. Sie findet für gewöhnlich zwar jährlich erst zum Ende der Ausstellungssaison statt, kann dafür aber die „Creme de la Creme“ der Rassetauben präsentieren und Züchter in ihren Erfolgen bestätigen. Wir dürfen auf das nächste Jahr schon gespannt sein.