5°C Außentemperatur, Nieselregen und Wind – beste Voraussetzungen um im Alten Strom in Warnemünde baden zu gehen.
Findet Ihr nicht? Na ja, um ehrlich zu sein: ich auch nicht. Aber nicht jeder teilt diese Meinung, denn die Teilnehmer des alljährlichen Weihnachtstauchens stören sich an solchen Rahmenbedingungen keineswegs. Und das nun schon zum 36. Mal.

Am Vereinsgelände angekommen, werden die Taucher von Bläsern begrüßt, die Weihnachtslieder spielen, und können sich mit Glühwein ein wenig aufwärmen, bevor es losgeht.

„Es macht einfach Spaß. Man kann das nicht erklären“, meint Falk Strobelt, der als Rentner vor zwei Jahren mit dem Tauchen begonnen hat.
Für Stephan Broszies vom Natur- und Umweltpark Güstrow stellt sich diese Frage erst gar nicht: „Wir sind zu DDR Zeiten mit unseren alten Anzügen ins Eisloch gestiegen, da können wir in unseren Trockenanzügen auch hier tauchen.“

Sind die Taucher einmal im Wasser, benötigen sie etwa 45 Minuten, um die rund 400 Meter lange Strecke vom Vereinsgebäude bis zur Brücke und wieder zurück zu absolvieren.
Auf Höhe der Brücke wurde als Zielpunkt ein beleuchteter Weihnachtsbaum versenkt. Haben die Taucher diesen erreicht, kehren sie zum Ausgangspunkt zurück.

Damit die Passanten und Zuschauer am alten Strom auch etwas zu sehen bekommen, führen die Taucher in jedem Jahr selbst gebastelte, bunte Bojen mit sich. Und so schwamm auch heute allerhand mal mehr, mal weniger Weihnachtliches auf dem Alten Strom. Die schönste Boje wird traditionell am Ende der Veranstaltung ausgezeichnet.

Ein Ende der Tradition ist nach nunmehr 36 Jahren nicht in Sicht und ich bin mir sicher, dass sich der TSC für das nächste Jahr etwas Besonderes einfallen lassen wird. Schließlich feiert der Verein 2011 sein 50-jähriges Bestehen.