
Am verschneiten Ufer auf und südlich der Bahnhofsbrücke zittern bei Temperaturen leicht unter dem Gefrierpunkt in Mützen und Schals gewärmte Schaulustige beim Anblick der winterlichen Tauchsportler. „Wie kann man nur so verrückt sein?“, schüttelt eine Zuschauerin, die sich ihre Hände am heißen Glühwein wärmt, lachend den Kopf.
„Der Anfang ist blöd. Wenn das Wasser bis zur Hüfte steht, dann überlegt man noch einmal“, schildert Andreas Schuldt, der sich mit einem halbtrockenen Neoprenanzug ausgerüstet hat, und fügt an: „Bloß dann ist auch alles zu spät und man taucht unter.“ Schon vier Mal hat der gebürtige Rostocker, der seit zehn Jahren in Hamburg wohnt, am Warnemünder Weihnachtstauchen teilgenommen. Nach 38 Jahren ist die Aktion ein fester vorweihnachtlicher Brauch geworden, zu dem der Tauchsportclub Warnemünde alljährlich im Dezember einlädt.

Weihnachtlich geht es nicht nur unter Wasser, sondern auch auf der Wasseroberfläche zu. Viele Weihnachtstaucher haben ihre Bojen, mit denen ihre Position gut von Land aus zu verfolgen ist, weihnachtlich geschmückt. Die schönste Boje, so wurde offiziell festgelegt, hat Andreas Schuldt gebastelt. „Da habe ich meinem Vater wieder die Show gestohlen“, kommentiert er seinen Sieg schmunzelnd. Sein Vater war es, der ihn mit dem Tauchsport „infiziert“ hat. Seine ganze Familie betreibt dieses Hobby. Seiner Mutter sei es aber zu kalt gewesen, erklärt er. Was er selbst jedoch gar nicht bestätigen kann. Sein Oberkörper dampft förmlich, als er - wieder an Land - den Anzug öffnet.
Fotos vom Weihnachtstauchen 2012 in Warnemünde:

Der Weihnachtsmann sieht alles, auch unter Wasser 
Brrrr...kalt. 
Einstieg zum Weihnachtstauchen 
Die schönste Boje 
Kurz vorm Abtauchen 
Weihnachtstauchen am Alten Strom in Warnemünde 
Schaulustige beim Weihnachtstauchen auf der Bahnhofsbrücke in Warnemünde 
Auf Wiedersehen! 
Weihnachtsbaum im Alten Strom