Am 09. Januar luden die Drachenbootsportler alle Neugierigen und eingefleischten Fans zum 4. Rostocker Indoor-Cup in die Neptun Schwimmhalle ein. Ein Bootsrennen im Schwimmerbecken, wie soll denn das funktionieren? Na das konnte ich mir doch auf gar keinen Fall entgehen lassen.

Eine gute Stunde später haben sich endlich alle Teams angemeldet und die Zuschauer dürfen nun ebenfalls die Schwimmhalle betreten. Die Temperaturen aus der beheizten Eingangshalle werden noch einmal erhöht – tropisches Klima statt Winterunwetter ist jetzt angesagt. Auf beiden langen Seiten der Halle gibt es riesige Tribünen, auf denen sich die meisten der vielen Teams schon verteilt haben. Glücklicherweise ist ein günstig gelegener Abschnitt für Zuschauer reserviert, sodass ich doch noch ein freies Plätzchen finde.

Während sich die ersten Drachenbootteams erwärmen, beginnen drüben im Sprungbecken ein paar Turmspringer mit ihrem Training. Einige starten ganz harmlos mit einer Kerze vom 1-Meter-Brett, wie man es selbst einst im Schwimmunterricht ausprobiert hat. Es dauert nicht lange, da werden Kopfsprünge aus 5m Höhe gemacht und schließlich aus dem Handstand heraus Sprünge mit mehreren Drehungen aus 8m. Ich kann gar nicht hinsehen, wahrscheinlich kommen da irgendwelche unterschwelligen Ängste in mir hoch.
Ablenkung ist zum Glück zur Genüge vorhanden, weil endlich das erste Rennen beginnt. Beginnen dürfen die Blue Bulls gegen die tv.rostock Dragons. Beim Einsteigen schwankt das schmale Boot gewaltig, doch schließlich sitzt jeder sicher an seinem Platz. Jedes Team stellt 8 Paddler, von denen mindestens 4 weiblich sein müssen.
Zum Start wird das Boot mithilfe der Seile in die Mitte des Wasserbeckens gezogen, die Paddler gehen konzentriert in Position und warten auf das Kommando. Als dieses ertönt, versucht jeder mit aller Kraft und möglichst im Takt mit den anderen vorwärts zu paddeln. Schon nach wenigen Sekunden haben die Blue Bulls ihre Gegner über die Markierungslinie gedrängt und damit den ersten Sieg errungen. Nachdem die Teams das Boot am Beckenrand wieder verlassen haben, muss erst mal das Wasser heraus geschöpft werden. Auch die Sportler sind völlig durchnässt, ob vom Schweiß oder Wasser – man weiß es nicht.