
Ausgangspunkt war die Marienkirche. Etwa 200 Zuhörer hatten auf den Kirchenbänken Platz genommen und lauschten den eröffnenden Worten von Oberbürgermeister Roland Methling. Der blickte schon mal in die Zukunft auf den 800. Stadtgeburtstag der Hansestadt. „2018 wollen wir etwas Ordentliches und Kräftiges auf die Beine stellen“, wagte er einen Ausblick und wies auf die ausgeglichen Haushalte hin, die wieder einen größeren Gestaltungsfreiraum ermöglichen würden.

Acht Referenten hatten sich auf Vorträge zu ausgewählten Stationen auf dem Rundgang durch die Rostocker Innenstand vorbereitet. Den Auftakt machte Pastor Jeremias Tilmann. Er gab einen Einblick in die Geschichte der Rostocker Gemeinde während der Zeit des Nationalsozialismus und suchte nach Gründen für den Rückgang der Zahl der Kirchenmitglieder während der DDR-Zeit.



Im Klostergarten erwartete die Teilnehmer ein Vortrag von Dr. Steffen Stuth. Mit seinem Wissen über das frühere Zisterzienserinnenkloster und seine Gärten konnte er das Publikum begeistern. „Seine Vortragsweise ist so lebendig. Er bringt keine Zahlen durcheinander. Ich könnte ihm stundenlang zuhören“, lobte eine Zuhörerin den Referenten.
Entlang der Stadtmauer führte der Weg im Anschluss zur Heubastion. Von dort hatte man einen wunderschönen Blick über die Wallanlagen und konnte den Ausführungen über die Entwicklung der Rostocker Verteidigungsanlagen folgen, die bis ins 20. Jahrhundert militärisch genutzt wurden.

Um der denkmalpflegerischen Zielstellung gerecht zu werden und das historische Ensemble für die heutige Generation erlebbar zu machen, müssten die Wallanlagen eigentlich gehölzfrei gemacht werden. Als er das sagte, war er sich durchaus im Klaren, dass nicht alle Rostocker das so sehen, und deutet an, dass er sich bei einigen den Ruf eines Motorkettenfanatikers erworben hat. Dennoch ist er davon überzeugt, dass „um den Charakter des Denkmals zu erhalten, kein Weg am Holzen in regelmäßigen Abständen vorbeiführt.“

Trotz der Anstrengung, die einige angesichts der Dauer und des warmen Sonnenwetters verspürten, waren sie doch sehr zufrieden mit dem Nachmittag. Sie lobten, wie effektiv die Zeit genutzt wurde. „Es war inhaltlich kurz, prägnant und einprägsam. Es hat uns sehr gut gefallen“, lobten zwei Teilnehmer den Rundgang. Organisiert wurde dieser auf Initiative des Rostocker Stadtführervereins, des Vereins für Rostocker Stadtgeschichte und des Plattdütsch-Vereins „Klönsnack -Rostocker 7“.