Demonstrationen in Warnemünde
AfD-Kundgebung „Islamisierung stoppen“ und Demo „Rostock für alle“ auf der Promenade
5. August 2018, von Stefanie
Dort, wo sonst Urlauber am Eis lutschen und mit Badeschlappen zum Strand spazieren, war heute die Promenade für zwei Demonstrationen reserviert. Die AfD hatte zur Kundgebung „Islamisierung stoppen“ aufgerufen, zum fünften Mal in wenigen Wochen. Nach Evershagen und Lütten Klein hatte sie sich heute das Ostseebad Warnemünde ausgesucht.
Laut Polizeiangaben versammelten sich etwa 500 Demonstranten unter dem Leuchtturm. Viele Schwarz-Rot-Goldene Flaggen wehten. Aus den Lautsprechern erklangen Märsche und Volkslieder. Auf einem der wenigen Schilder stand: „Der Islam gehört ebenso wenig nach Deutschland, wie Merkel ins Kanzleramt“, was auch das inhaltliche Spektrum der Redner im Wesentlichen zusammenfasste: Betonung des deutschen Brauchtums, Ablehnung von Zuwanderung und Politikerschelte. „Diejenigen, die hier nicht hergehören, sollen schleunigst verschwinden“, forderte beispielsweise AfD-Landtagsabgeordneter Prof. Ralph Weber.

In Hör- und Sichtweite war noch vor Beginn der AfD-Kundgebung die Gegendemo „Rostock für alle“ auf der Promenade angekommen. „Wir wollen nicht nur gegen die AfD auf die Straße. Wir wollen auch ein Zeichen für eine humane Asylpolitik setzen“, so das Bündnis Rostock hilft in ihrem Aufruf zur Demo. Etwa 850 Personen beteiligten sich an dem Aufzug, der vom S-Bahn Haltepunkt Warnemünde Werft startete und durch die Ortschaft zog. Auf Plakaten und Transparenten forderten sie Solidarität mit Flüchtlingen, Bleiberecht für alle, sichere Fluchtwege, Vielfalt und Mitgefühl. Nach Abschluss der beiden Demos nahmen noch einmal etwa 130 Personen an einer Spontandemo teil, die wie auch die anderen beiden ohne weitere Zwischenfälle an der S-Bahn-Haltestelle Warnemünde Werft wieder endete.

Das meldete die Polizei, die mit 460 Beamten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern sowie aus Bremen im Einsatz war.
Die nächste Kundgebung hat die AfD für Anfang September in Stadtmitte angemeldet.