Holzbrand international in der Galerie Klosterformat
Arbeiten internationaler Keramiker und Grafiken von Dietmar Schramm
10. September 2010, von Stefanie
Die gestalterische Kraft des Feuers lässt sich derzeit in der Galerie Klosterformat betrachten. Hier werden noch bis zum 6. November Holzbrand-Gefäße internationaler Keramiker ausgestellt.
Holzbrand ist wohl die älteste und natürlichste Methode Tongefäße zu brennen. Ihren Ursprung hat sie in China und Japan. Seit Jahrtausenden wird dort das von Geheimnissen umrankte Wissen dieser traditionellen Handwerkskunst weitergegeben. Heute ist Holzbrand in der ganzen Welt bekannt und beliebt. Auf internationalen Konferenzen treffen sich die Holzbrand-Keramiker, um sich über neueste Entwicklungen auszutauschen und sich voneinander inspirieren zu lassen.

So auch am letzten Wochenende im vorpommerschen Schloss Bröllin, wo die erste europäische Holzbrandkonferenz stattfand. Künstler aus Japan, Frankreich, Australien, den USA und Deutschland nahmen daran teil. Einige ihrer Arbeiten sind nun in der Galerie Klosterformat im Hof des Klosters zum Heiligen Kreuz zu sehen.
Das Besondere an den Ausstellungsstücken ist ihre Unregelmäßigkeit und Natürlichkeit. „Die Gefäße sind mit Absicht nicht gerade. Es handelt sich hier um eine ganz andere Philosophie“, erläutert Christiane Lamberz, Organisatorin der Ausstellung. Die Keramikerin hat selbst einen Workshop der Konferenz besucht und ist seither „Feuer und Flamme“.

Das Feuer ist das entscheidende Element, welches den Tongefäßen seine charakteristischen Farbeffekte, Flammspuren und Kristalle verleiht. Erzeugt werden sie durch ein sehr aufwendiges Brennverfahren. Über mehrere Tage hinweg wird Holz einem Ofen (jap.: Anagama) zugeführt, dessen Brenn- und Feuerraum nicht voneinander getrennt sind. Die Flugasche strömt mit der Flamme durch den gesamten Ofen und hinterlässt so auf dem Brenngut einzigartige Oberflächen.

So haben nicht nur die Kunstfertigkeit des Keramikers und das von ihm gewählte Material, sondern auch der Zufall maßgeblichen Einfluss auf die finale Gestalt der Holzbrand-Gefäße. Kein Stück gleicht dem anderen.
Schaut man sich die Exponate in der Galerie Klosterformat an, wird man immer wieder Neues entdecken: Spuren von Sand, Muscheln, reizvolle Farbmuster und Ascheglasuren.
„Gerade wenn der Alltag von Kunststoffen und Standardisierungsbestreben geprägt ist, sind diese sehr natürlich gestalteten Vasen und Schalen eine willkommene visuelle Abwechslung und Entspannung“, meint eine Galeriebesucherin bei der Betrachtung der Ausstellungsstücke.

Kombiniert werden die Holzbrand-Gefäße mit der Malerei und den Grafiken von Dietmar Schramm. Zu sehen sind Monotypien, Prägedrucke und Mischtechniken, in denen die abgebildeten Gegenstände stark abstrahiert werden. Die Intensität des Lichts und die Vielfalt der Ornamentik zeichnen das Werk des Künstlers aus, der seit einiger Zeit auch mit neuen digitalen Techniken arbeitet.