Martinsmarkt 2010 in der Rostocker Nikolaikirche
Kunsthandwerker begeistern auch in diesem Jahr wieder die Besucher
22. Oktober 2010, von Andre
Kunsthandwerksmärkte gibt es viele, aber einer, der in einer Kirche stattfindet, ist etwas ganz Besonderes. Und weil es immer wieder ein Erlebnis ist, beim Martinsmarkt dabei zu sein, kamen auch in diesem Jahr wieder viele Besucher schon zu der Eröffnung am 21. Oktober in die Rostocker Nikolaikirche.
Der Martinstag findet jährlich am 11. November statt und ist der Festtag vom Heiligen Martin von Torus. Ungefähr drei Wochen vorher hat man die Möglichkeit, alle wichtigen Besorgungen zu erledigen.

Man braucht zum Beispiel eine Martinsgans, das typische Festessen zu diesem Anlass. Diese kann man bei Katharina und Sigurd Heinz vom Dreiseithof Schmadebeck bestellen. Die zwei Gänse Marianne und Michael, die schon im letzten Jahr in der Kirche zu Gast waren, werden aber nicht geschlachtet. „Die beiden sind acht Jahre alt und haben lebenslanges Bleiberecht auf unserem Hof. Nur an drei Tagen im Jahr müssen sie arbeiten. Die Martinsgänse zum Verzehr sind nur für einen Sommer bei uns auf dm Hof“, berichtet mir Sigurd Heinz.

Doch nicht nur Gänse gab es zu sehen. Viele Aussteller präsentierten ihre Produkte. So können zum Beispiel Marmelade, Wein und Honig zum Verzehr gekauft werden. Produkte aus Keramik und Holz, verschiedene Kleidungsstücke, Malereien, Kerzen, Schmuck und noch vieles mehr werden angeboten.

Einigen Handwerken kann man auch wieder live beim Arbeiten zusehen. Im dritten Jahr dabei ist Horst Domröse. Der Bildhauer, der für eine kleine Skulptur einen halben Tag, für große bis zu vier Tage braucht, zeigt sich vom Ambiente begeistert. „Es macht Spaß hier zu arbeiten. Die Leute sind aufgeschlossen und interessieren sich für meine Werke.“
Da so viel Arbeit hungrig macht, gibt es auch ein reichhaltiges Essensangebot. Schmalzstullen, selbst gebackene Kuchen, Suppen und Buletten, außerdem an jedem Tag ein besonderes Tagesgericht. Dazu wird Tee, Kaffee oder Punsch gereicht. Und obwohl es viel zu tun gab, blieb das Personal stets freundlich und brachte auf Wunsch das Essen sogar an den Tisch.

Dass der Martinsmarkt nicht nur für Rostocker interessant ist, berichtete mir Familie Wesarg. Das Ehepaar, das mit seiner Tochter in Warnemünde Urlaub macht, wollte eigentlich nur die Kirche besichtigen. Mit einem Handwerkermarkt hätten sie nicht gerechnet. „Es ist aber eine schöne Idee und auch eine gute Einstimmung auf die Weihnachtszeit“, erzählten sie.
Noch bis zum 23. Oktober kann man den 5. Martinsmarkt besuchen und sich auf den Martinstag oder aber auf die nahende Weihnachtszeit einstimmen.