„In Erinnerung“ - Malerei und Grafik von Falko Böttcher
Erinnerungsausstellung in der HMT
26. Oktober 2010, von Stefanie
Zwei ältere Herren sitzen auf einer gelben Bank. Freundlich lächelnd hat sich der eine Herr im dunklen Anzug dem anderen zugewandt und hört ihm aufmerksam zu. Worüber der wohl gerade redet?
In einem anderen Bild, auf einer anderen Bank sitzt ein jüngerer Mann.

Auch er hat einen Gesprächspartner, allerdings einen eher ungewöhnlichen. Ein menschliches Skelett, die Personifizierung des Todes, lächelt ihm freundlich entgegen. Auch das Skelett hört dem Mann aufmerksam zu. Dessen rechte Hand ruht scheinbar wohlwollend-überlegen auf seiner knöcherigen Schulter. Mit der anderen gestikuliert er ausdrucksstark und konzentriert. Was er wohl dem Tod gerade erklärt?

Diese beiden Bilder von Falko Böttcher können noch bis zum 8. November in den Kreuzgängen der Hochschule für Musik und Theater betrachtet werden. Sie befinden sich jeweils am Ende des Ganges und rahmen eine Ausstellung ein, die der Erinnerung an den 1952 in Stralsund geborenen Maler und Grafiker gewidmet ist. Im letzten Jahr war er nach langer schwerer Krankheit gestorben.
„Die Bilder sind aus den letzten acht Jahren, seit Beginn seiner Krankheit. Wir haben für diese Ausstellung auf Arbeiten zurückgegriffen, um die Vielfalt Falko Böttchers zu zeigen“, erklärt die Galeristin Helga Manowski, die die Werke gemeinsam mit der Lebensgefährtin des Malers Lucienne Zellmer zusammengestellt hat.

Auf großformatigen Leinwänden sind neben Porträts auch Stillleben, Stadtansichten und Landschaften zu sehen. In seiner Motivwahl lässt sich erahnen, wie der Maler versucht, die Hochs und Tiefs in seinem Leben zu bearbeiten. Mit der detaillierten Darstellung jeder Blume und jeden Vogels in seinen Naturbildern, aber auch von Straßen und Häusern hält er wertvolle Momente fest.
Vor allem die Malerei hat Falko Böttcher bevorzugt. Mit impulsiven Pinselstrichen malte er überwiegend Acrylbilder, aber auch Aquarelle. Radierungen und andere grafische Techniken gehörten jedoch ebenso zu seinen künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten.
Wer die Ausstellung des Malers und Grafikers im Katharinenstift ebenfalls besichtigen möchte, sollte sie bevorzugt bei Tageslicht aufsuchen. Die Bilder kommen dann besser zur Geltung als in der zwar stimmungsvollen, aber doch recht gedämpften Beleuchtung auf den Fluren.