Tanja Zimmermann - „Seid ihr alle da?!!“
Collagen und Aquarelle in der Galerie Wolkenbank
18. Juni 2011, von Stefanie
„Seid ihr alle da??!“ – so lautet der Titel der 10. Ausstellung in der Galerie wolkenbank. Bei ihrer Eröffnung am gestrigen Abend war sie mit einem kräftigen Ja zu beantworten, denn viele Gäste waren gekommen, um die neuen Arbeiten der Malerin Tanja Zimmermann zu sehen. Die Räumlichkeiten in der Wollenweberstraße 24 waren teilweise so voll, dass die Besucher schon die Straße bevölkerten, um hier auf die Ausstellung „Seid ihr alle da??!“ anzustoßen.
Der berühmte Ruf des Kaspers aus dem Puppentheater dürfte wohl bei vielen Kindheitserinnerungen wecken. Auch die Künstlerin selbst bekennt sich dazu, früher gern mit Puppen gespielt zu haben. Den eigentlichen Anstoß, sich künstlerisch mit Kindern und Kindheit auseinanderzusetzen, bekam sie allerdings als Dozentin der Kunstpädagogik in einem Puppengestaltungsseminar der Universität Rostock für angehende Grundschullehrer. Hier hat sie auch das Puppenspiel von Annegret Ehnert, Anne Strempel und René Trobitsch gesehen und war davon so begeistert, dass sie die drei Studenten einlud, es noch einmal zur Ausstellungseröffnung zu präsentieren. Was besonders die kleinen Galeriebesucher freute.

Am „Kindlichen und Unverstellten“ hat Tanja Zimmermann besonderes Interesse. Mit flüssigen und durchsichtigen Aquarellfarben gestaltet sie Papier und Leinwände. Teilweise naiv und sehr bunt seien ihre Bilder, so die Künstlerin über ihre Werke.
Am deutlichsten zusammengefasst werde ihr Ansatz in „Sonnensegel“. „Ich glaube, dass man sich als Kind das Leben so vorstellt: voller Optimismus und Freude, ohne Angst“, erklärt sie den Verzicht auf dunkle und raue Zwischentöne in der Collage. Ihre klare und stringente Wirkung erzielt sie durch die geraden roten Linien, die sich über eine weiße Fläche spannen.
Mit Rot habe sie in letzter Zeit immer viel gearbeitet, erzählt die Malerin und setzt auf die Signalwirkung vor allem im Kontrast zu Weiß. So auch in der Collage „Ferne“, zu der sie nach einer Japanreise inspiriert wurde. Dafür hat sie ein Skizzenbuch vergrößert und aufgezogen. Darauf aufgenährt die flächige Abbildung eines Kopfes, einer Puppe, wie sie sagt.

„Wenn es in ihren Arbeiten um Puppen geht, dann ist es nur der äußere Aufhänger für eine Phase der Formsuche und Formbewältigung“, erläuterte Dr. Katrin Arrieta in ihren einführenden Worten zur Ausstellungseröffnung.
Neue Techniken hat Tanja Zimmermann dafür in den letzten Monaten, in denen alle Ausstellungsstücke entstanden sind, ausprobiert und die Leinwände für die Collagen „Puppe“ und „Syrinx“ bedruckt. Sie beschäftigen sich mit Auflösung und der Suche nach einer neuen Identität.

Tanja Zimmermann betont, dass das Thema nicht nur mit Kindern zu tun habe. „Auch Erwachsene können steif wie Puppen sein.“
Ihre großen, kräftigen Bilder versteht sie als Mutmacher, die eine Weltsicht zeigen, in der sie sich bewegt.
Noch bis zum 30. Juli, jeweils mittwochs bis samstags von 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung, können Tanja Zimmermanns Arbeiten aus diesem und dem letzen Jahr in der Galerie wolkenbank besichtigt werden.