Polizeikontrolle mit Schülern der Kinderkunstakademie

Bei einer gemeinsamen Aktion kontrollieren Schüler und Polizisten Fahrzeugführer vor einer Schule in Kassebohm

15. August 2011, von
PHM Kerstin Lange erklärt den Schülern die Verkehrskontrolle
PHM Kerstin Lange erklärt den Schülern die Verkehrskontrolle

Es ist Montagmorgen und der erste Schultag nach den langen Sommerferien. Nach und nach trudeln die Schülerinnen und Schüler der Kinderkunstakademie in Rostock-Kassebohm ein. Viele Kinder kommen mit dem Bus, einige werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht. Da bietet sich doch eine gute Gelegenheit, um die Fahrzeugführer einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Bei einer gemeinsam geplanten Aktion sollen Schüler und Schülerinnen der 5. und 6. Klassen gemeinsam mit Polizeibeamten kontrollieren, ob ihre Mitschüler korrekt bei der Schule abgeliefert werden.

„Das Hauptaugenmerk heute Morgen liegt auf § 21 der Straßenverkehrsordnung“, also der Verwendung von Kindersitzen bei Kindern mit einer Körpergröße unter 150 Zentimetern, erklärt Polizeihauptmeisterin und Präventionsberaterin Kerstin Lange. Zusammen mit drei Kollegen unterstützt sie die Kinder in der Kontroll- und Aufklärungsarbeit vor der Schule. „Wenn die Kinder die Erwachsenen belehren, fruchtet das vielleicht mehr, als wenn die Polizei das immer wieder sagt“, hofft sie.

Alles in Ordnung - Tim und Marc kontrollieren zusammen mit POM Nicole Engel das erste Fahrzeug
Alles in Ordnung - Tim und Marc kontrollieren zusammen mit POM Nicole Engel das erste Fahrzeug

Kinder und Polizeibeamte teilen sich in kleine Gruppen und postieren sich an den kritischen Stellen rund um die Schule. Es dauert nicht lange, da kommt schon das erste Auto. Die Schüler Marc und Tim (beide 11) gehen mit Polizeiobermeisterin Nicole Engel zielsicher auf das Fahrzeug zu. Als die Eltern aussteigen und die Polizistin sehen, reagieren sie zunächst etwas erschrocken. „Wir waren das nicht!“, ruft die Mutti. Doch die Situation entspannt sich schnell, als die Schüler sich und die Aktion vorstellen. Der Vater zeigt ihnen den Kindersitz und erklärt kurz die Notwendigkeit für die Sicherheit. Weil alles optimal ist, bekommt er von den Schülern ein kleines Geschenk: ein grünes Band mit einem Ampelmännchen-Anhänger aus Papier. Er freut sich und winkt zum Abschied.

Auch bei den nächsten Fahrzeugen gibt es nichts zu beanstanden. Die meisten Eltern reagieren zurückhaltend auf die uniformierten Beamten. Nachdem die Polizistin die Situation freundlich erklärt hat, entspannen sie jedoch und freuen sich über die kleinen Belohnungen für korrektes Verhalten.

Luisa und Charlotte bei der Verkehrskontrolle
Luisa und Charlotte bei der Verkehrskontrolle

Gegenüber der Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite läuft es weniger vorbildlich. Immer wieder parken Eltern ihre Fahrzeuge am Straßenrand, um ihre Kleinen schnell zum Klassenzimmer zu bringen. Dadurch wird eine Fahrspur der engen Straße blockiert und Autos und Busse kommen nicht mehr vernünftig durch. „Das staut sich hinten auf und wir kommen nicht mehr über die Straße“, beschweren sich die Schülerinnen Luisa und Charlotte (beide 11), die hier kontrollieren. Als die Fahrzeugführerin zurückkommt, sprechen sie sie auf ihr Fehlverhalten an, doch sie reagiert uneinsichtig. „Es gibt hier nun mal keine freien Parkplätze“, erklärt sie genervt. Als sie schon wieder weggefahren ist, kommt eine Anwohnerin und beschwert sich über die Autos, die hier parken. „Das ärgert mich wirklich“, bekräftigt sie.

Im Anschluss an die Aktion gibt es eine Auswertung in der Schule. Im Foyer werden alle Schüler versammelt und die Präventionsbeamten Kerstin Lange und Jörg Matthies erklären den Schülern kindgerecht und geduldig, wie wichtig es ist, im Auto angeschnallt zu sein. Dann holen sie die Kinder, die an der Aktion beteiligt waren, nach vorne und lassen sie von ihren Erlebnissen mit der Polizei erzählen.

Die Präventionsbeamten der Polizei in der Schule: PHK Jörg Matthies und PHM Kerstin Lange
Die Präventionsbeamten der Polizei in der Schule: PHK Jörg Matthies und PHM Kerstin Lange

Kerstin Lange erklärt die Wichtigkeit der gemeinsamen Aktion. „Der Schulbeginn liegt der Polizeiinspektion am Herzen“, sagt sie. Kontaktbeamte seien jetzt verstärkt in Schulnähe unterwegs und schauen, dass die Kinder nicht gefährdet werden. Es sei wichtig, dass alle Fahrzeugführer die zulässigen Geschwindigkeiten penibel einhalten, denn Kinder sind nicht wie Erwachsene. Sie können Geschwindigkeiten nicht einschätzen, reagieren spontan und können nicht unterscheiden zwischen Sehen und gesehen werden.

Die Verkehrskontrolle an der Kinderkunstakademie hat gezeigt, dass viele Eltern Wert auf die Sicherheit ihrer Kinder im Auto legen, aber auch, dass es immer noch Defizite bei der Parkplatzsituation vor der Schule gibt.

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