Bürgerforum zur Neugestaltung der Warnemünder Mittelmole

Ideen für städtebaulichen Wettbewerb – Areal zwischen Altem Strom und Seekanal soll für alle zugänglich bleiben

13. September 2011, von
Das Bürgerforum informierte über die Zielsetzung für den Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Mittelmole
Das Bürgerforum informierte über die Zielsetzung für den Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Mittelmole

Die Warnemünder Mittelmole ist ein Filetstück, so hörte man es immer wieder gestern Abend im Technologiezentrum Warnemünde. Für jährlich 250.000 Kreuzfahrer, etwa zwei Millionen Touristen an Bord der Fähren und zahlreichen anderen Reisenden markiert es das seeseitige Tor zur Hansestadt Rostock.

Nachdem die stadteigene Wohnungsgesellschaft WIRO hier eine 67.000 qm große Fläche von der Scandlines-Reederei erworben hat, soll das Areal zwischen Altem Strom und Seekanal nun neu gestaltet werden. Davon will die Stadt etwa 1000 qm selbst bewirtschaften. Das zumindest hält Oberbürgermeister Roland Methling zum gegenwärtigen Zeitpunkt für machbar.

Gemeinsam mit der WIRO bereitet die Hansestadt die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs für die Warnemünder Mittelmole vor. „Es ist zunächst ein Ideenwettbewerb, dessen Ergebnisse dann in einen Bebauungsplan münden“, erklärt Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung.

Die Erwartungen daran sind hoch. Etwa hundert interessierte Rostocker kamen gestern zum ersten Bürgerforum, auf dem die städtebaulichen, verkehrs- und freiraumplanerischen Zielsetzungen vorgestellt wurden.

Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung
Ralph Müller, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung

Um die Bürger frühzeitig in die Planungen einzubinden, sollten sie hier Gelegenheit haben, ihre Bedenken und Wünsche zu äußern. Doch leider – so bemängelten einige Teilnehmer – machten viel zu wenig junge Leute von dieser Beteiligungsmöglichkeit Gebrauch, werde doch vor allem für zukünftige Generationen gebaut.

Dennoch war das Spektrum der Wünsche ausgesprochen vielseitig und reichte von der Errichtung eines neuen markanten, wiedererkennbaren Ensembles bis zur Erweiterung des historischen Bereichs.

Hans-Joachim Richert vom Gemeinnützigen Verein Warnemünde sprach sich für den Erhalt des ortstypischen Bildes aus und sorgt sich, dass im nördlichen Bereich ein dominierender Komplex entsteht. „Die höchste Grenze des Gebäudes müsste unter unserem Heiligtum Leuchtturm festgelegt werden“, so seine Forderung.

„Warum schaffen wir nicht ein neues Wahrzeichen?“, fragt hingegen Claudia Wilcken und wünscht sich, dass Neues entwickelt wird, auch was die Höhe betrifft.

Nicht nur die Höhe der Gebäude, auch ihr Zweck war umstritten. WIRO-Geschäftsführer Ralf Zimlich bekräftigt: „Dass unser Interesse an Mietwohnungen hängt, sagt unser Name schon. Wir wollen jedoch keine Ferien- und Eigentumswohnungen. Bei allem anderem unterwerfen wir uns dem Wettbewerb, soweit es wirtschaftlich möglich ist.“

Ida Schillen sieht die Wohnnutzung auf der Mittelmole jedoch aufgrund der zu erwartenden hohen Mietpreise und den durch Immissionen belasteten Standort kritisch. Sie fragt: „ob man diese herausragende Lage nicht nutzen sollte, um eine Infrastruktur zu schaffen, die andere Attraktionen für die Nebensaison für eine breite Masse von Menschen anbieten kann“.

Uwe Drost moderierte das Bürgerforum I zur Vorbereitung des Ideenwettbwerbs zur Warnemünder Mittelmole
Uwe Drost moderierte das Bürgerforum I zur Vorbereitung des Ideenwettbwerbs zur Warnemünder Mittelmole

„Die Mittelmole ist der Empfang für Rostock. Das kann man nicht mit Wohnungen zubauen“, stimmt Brigitte Harder dagegen. „Das ist ein ganz trauriger Platz, um da zu wohnen. Da muss ein Knaller hin, etwas ganz Tolles“, wünscht sich die Warnemünderin.

Wie der Knaller aussehen soll, auch dafür wurden zahlreiche Ideen in den Raum geworfen. Kopenhagen und Helsinki dienten hier einigen als Vorbild.

Für Kultur, Sport und Events soll die Mittelmole ausreichend Platz bieten, so die Vorstellungen vieler Anwesenden auf dem Bürgerforum. Auch das nördliche Hafenbecken soll erhalten bleiben und sinnvoll genutzt werden, beispielsweise für ein Schifffahrtsmuseum und als Standort des Traditionsschiffes, so einige Vorschläge. Die Interessen von Segelsport und Kreuzschifffahrt als bedeutende touristische Größen Warnemündes müssten berücksichtigt werden.

Die Bahn baut die Gleise zurück. Der Zugang zwischen Bahnhof und Seekanal wird barrierefrei.
Die Bahn baut die Gleise zurück. Der Zugang zwischen Bahnhof und Seekanal wird barrierefrei.

Wichtig war den Forumsteilnehmern auch das Thema Verkehrsbelastung und ruhender Verkehr auf der Mittelmole. Von „keinen zulassen“ bis hin zum Konzentrieren im südlichen Teil und an die Randbereiche reichten hier die Meinungen.

Alle Anregungen und Vorschläge wurden aufgenommen und dokumentiert.

Die Ergebnisse des Bürgerforums werden als Anhang der Auslobung zum Wettbewerb den Teilnehmern zur Verfügung gestellt, erläutert Uwe Drost, dessen Hamburger Büro für die Durchführung des Wettbewerbs zuständig ist. Nach dem Verfahren wird es eine Ausstellung für die Öffentlichkeit geben, voraussichtlich bereits im nächsten Sommer.

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