„Lichträume“ von Sonja Rolfs in der Galerie „Wolkenbank“
Lichtinstallationen: Rostocker Künstlerin fängt das Licht in Räumen ein
18. September 2011, von Stefanie
Sonja Rolfs ist Forscherin, visuelle Forscherin, nicht im naturwissenschaftlichen Sinn, sondern im künstlerischen. Seit vielen Jahren beschäftigt sich die Rostocker Künstlerin, die 1947 in Ahlbeck bei Ueckermünde geboren wurde, mit dem Phänomen Licht. Sie fängt es ein und setzt es in eine Umgebung aus Collage, Farbe und Raum.
Sechs dieser Lichträume werden derzeit in der Galerie „wolkenbank“ ausgestellt. Eingerahmt von Sperrholzplatten und versehen mit einem Fenster, wecken sie die Neugier des Besuchers. Wirft dieser einen Blick hinein, lässt er Formen und Farben von unterschiedlicher Intensität auf sich wirken.

Denn im Inneren der Lichträume sind transparente Folien zu sehen, in die die Malerin Pastellkreide hineingerieben hat. Darunter befinden sich kräftige Farben: Rot und Gelb. Beleuchtet werden diese Bilder durch eine verborgene elektrische Lichtquelle.
In den großen Lichtraum Rot, der zentral im Ausstellungsraum aufgestellt ist, kann ein Besucher sogar hineingehen und wird so fast vollständig von Sonja Rolfs Lichtraum umgeben. Mit künstlichen Lichtmitteln ist sie darin dem natürlichen Licht der Sonne auf der Spur. Ihre Position und Farbe erscheinen unterschiedlich, auf ihrem Gang durch das Fenster, der Verbindung zwischen den Räumen, Innen und Außen.

„Wie komme ich an mein Innerstes am besten heran?“, ist eine Frage, die Sonja Rolfs bei ihrer Arbeit antreibt. Grundlagen dafür sammelte sie schon während ihres Studiums an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.
Seither hat sie ihre Werke in zahlreichen Ausstellungen Mecklenburg-Vorpommerns zur Schau gestellt.
Die aktuelle zeigt ihre neusten Installationen, die in diesem Jahr entstanden sind. Der große Lichtkasten ist für Sonja Rolfs der wichtigste. „Ich wollte einen Lichtraum machen und habe dafür mit geschlossenen Augen angefangen, den Raum abzutasten und mir die Gegenstände darin bewusst gemacht“, erläutert sie ihre Vorgehensweise. Mit dem Öffnen des Fensters komme ein Draußen hinzu, andere Geräusche, raschelnde Bäume, vorbeifahrende Autos rundeten ihre Eindrücke ab, die sie in ihrer Malerei und ihren künstlichen Welten auszudrücken versucht.
Die Ausstellung kann noch bis zum 22. Oktober mittwochs bis samstags von 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung in der Galerie „wolkenbank“ in der Wollenweberstraße 24 besucht werden.